Ein süsses Frühstück – französische Brioche

Heute geht es mal wieder nach Frankreich. Die Franzosen sind dafür bekannt, kein großes Aufhebens um das Frühstück zu machen. Ich kann mich an einen Aufenthalt im Elsass erinnern, das ist zwar schon ein paar Jahre her, da hatten wir zum Frühstück in einem Hotel nur ein Platzset vor uns liegen und ein Becher Kaffee stand darauf. In einem Korb lag pro Person ein Croissant und abgepackte Marmelade. Das war es. Als wir 2018 in Uzès waren, sah das in dem Hotel schon ganz anders aus. Ein Frühstücksbuffet, wie wir es aus jedem Hotel kennen. Nun gut, die Zeiten ändern sich natürlich. Sicher ist es auch von Hotel zu Hotel verschieden.

Wenn es vielleicht auch nicht viel zum Frühstück gibt, dafür ist es sehr gehaltvoll. So wie die Croissants in Frankreich schmecken, habe ich hier noch keins bekommen. Sie sind so was von buttrig, man muss sich wirklich die Finger nach dem Essen ablecken. Aber von Croissants soll hier heute nicht die Rede sein. Wer schon in Frankreich war, der kennt Brioche.

Aber was ist nun ein Brioche?

Ein Brioche ist wie ein süßes weiches Brötchen. Erst wollte ich es mit unserem Weißbrot vergleichen. Aber nein! Das ist was total anderes! Nichts gegen unser Weißbrot. Viel Butter und viele Eier geben dem Brioche den Geschmack und machen es so fluffig. Und Zeit braucht es. Viel Zeit. Ich liebe schnelle und einfache Rezepte, aber hier muss ich sehr geduldig sein. Allein die Knetzeit beträgt 40 Minuten und da ich keine Küchenmaschine habe (noch nicht), hieß es Hand anlegen. Und ausruhen will der Teig sich auch. Nach Fertigstellung ist er ganz schön klebrig. Du kannst vielleicht noch etwas Mehl dazugeben. Aber Vorsicht, er soll schon sehr geschmeidig sein.

Voila, hier ist das Rezept

500 Gramm Weizenmehl vielleicht etwas mehr

25 Gramm frische Hefe

75 Gramm Zucker

10 Gramm Salz

5 Eier

75 Milliliter Milch

200 Gramm kalte Butter in kleinen Stückchen,

Eigelb zum Bestreichen

Die Hefe in eine Schüssel krümeln und den Zucker dazu geben. Umrühren und warten, bis sich die Hefe verflüssigt hat. Die Mischung mit dem Mehl, den Eiern und der Milch in die Küchenmaschine geben und 5 Minuten auf kleinster Stufe kneten.

Das Salz dazu geben und noch einmal 10 Minuten weiter kneten.

Dann die Butter in Stücken dazu geben und noch weitere 10 Minuten auf Stufe 1 oder 2 kneten. 

Wenn die Butter eingearbeitet ist, den Teig 1 bis 1,5 Stunden zugedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen.

Dann muss die Luft aus dem Teig. Wie das funktioniert? Entweder faltest du ihn immer wieder oder du haust ihn ein paar Mal kräftig auf die Arbeitsfläche.

Den Teig rund formen und über Nacht (mindestens jedoch 6 Stunden) in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag die Brioche formen. Ich habe drei Kugeln geformt und nebeneinander in eine Kastenform gelegt. Die drei Kugeln mit einer Schere längs der Backform einschneiden. Anschließend noch einmal 1,5 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Beim Backen verbinden sich die drei Kugeln und du hast nachher fast ein Brot.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Vor dem Backen die Brioche mit Eigelb bestreichen. Und ein Schälchen mit Wasser mit in den Backofen stellen. Brioche ca, 30 Minuten backen. Dann die Temperatur herunterdrehen auf 175 Grad und weitere 30 Minuten backen. Wenn nötig vielleicht mit Alufolie abdecken.

Brioche herausnehmen und 20 – 30 Minuten auskühlen lassen. Dabei mit einem Küchentuch abdecken. Brioche aus der Form stürzen, umdrehen und zugedeckt weiter auskühlen lassen.

Und danach? Eine dicke Scheibe abschneiden und mit Marmelade genießen.

Guten Appetit

Ich habe ja schon so einiges an französischen Leckereien versucht nachzubacken. Vielleicht magst du dieses Rezept mal ausprobieren. Erdbeerzeit ist ja bald.

Vanille-Tartes mit Erdbeeren

Liebe Grüße

Gudrun

 

 

 

Titelbild: ElodiV auf Pixabay

Share on facebook
Facebook
Share on google
Google+
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. elke

    Liebe Gudrun,

    🙂 lach. Das mit dem Hotel erinnerte mich daran, als wir das erste mal mit dem Auto nach Udo seinem Cousen gefahren sind und
    wir spontan doch noch in Lyon übernachteten. Wir kannten die Esskultur nicht so wirklich. Wir waren das zweite mal erst in Frankreich,
    bzw. auf dem Weg dort hin. Beim erstenmal sind wir geflogen und wurden von unserer Großcousine abholt und hatten die Familie drumherum
    und da war uns vieles nicht so aufgefallen. Es stand ja der 60 Geburtstag von Udo´s Cousine an und da war sowieso soviel los, das uns vieles nicht aufviel. Im Hotel, 🙂 Abends die Speisekarte. Wir bestellen uns nur einen Salat und die Kellnerin war doch etwas irritiert. Wir aber auch Alle bestellten so viele verschiedene Gänge. Wir waren aber einfach nach 12 Stunden fahrt und jedemenge Stau einfach nur Müde. Am Morgen am Frühstücksbuffet, ja, das sah doch alles anders aus. 🙂 Aber Mega lecker und ehrlich. Ich mag die Esskultur und hoffe das wir im nächsten Jahr wieder zu unserer Familie fahren können. Dieses Jahr glaube ich nicht daran, das das noch etwas werden könnte.

    Dein Rezept werde ich auf jedenfall nachbacken.

    Liebe Grüße
    Elke

    1. Gudrun

      Liebe Elke,
      mit Verwandschaft in Frankreich, da kennst du das Leben ja noch viel besser. Wenn ich mit meiner Bekannten in Frankreich telefoniere, dann überkommt mich die Sehnsucht ganz besonders. In diesem Jahr planen wir auch nicht mehr mit Frankreich.
      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Edith

    Liebe Gudrun,
    deinen Beitrag aus Frankreich habe ich schmunzelnd gelesen. Wir wohnen ganz nah an der Grenze zum Elsass,ich stamme aus dem Norden, aber als wir das erste Mal in Frankreich Urlaub machten, habe ich mich auch über das karge Frühstück gewundert, wir wurden aber satt. Mir hat der Kaffee aus der großen Tasse immer sehr gut geschmeckt. Inzwischen kann ich mit dem Rad schnell mal rüber. Der Brioche macht ja sehr viel Arbeit, aber er schmeckt köstlich, ich habe mich noch nie daran gewagt.
    Liebe Grüße
    Edith

    1. Gudrun

      Liebe Edith,
      ach, ich würde auch gerne näher an Frankreich wohnen. Jetzt liebe ich alles, was mit Frankreich zusammenhängt, Brioche, Croissant, Wein, Cidre und das französische Essen allgemein und im Besonderen.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

Schreibe einen Kommentar