Brustkrebsmonat Oktober oder Pink Oktober

Der Oktober ist schon wieder fast vorbei. Wie viel ist in dieser Zeit über Brustkrebs berichtet worden. Und das ist auch gut so. Über Brustkrebs und Krebs überhaupt wird viel zu wenig gesprochen. Ich verstehe natürlich, dass jemand, der oder die keinen Krebs hat, sich keine Gedanken darüber macht. Das habe ich vorher auch nicht.

Ich möchte als Betroffene diesen Monat zum Anlass nehmen, über das Thema auch noch einmal zu schreiben.

Pink Oktober

Brustkrebs ist nicht pink. Brustkrebs ist scheiße! Sorry, aber manchmal werde ich so direkt. Dafür gibt es die Organisation Pink Ribbon HIER und die ist pink. Pink fällt auf und das ist wichtig. Die rosa Schleife ist das weltweite Symbol, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen.

Pink Ribbon macht in vielerlei Hinsicht aufmerksam auf die Früherkennung und auf Heilungschancen. Aber natürlich gibt es noch ganz viele andere, die sich um Information und im Kampf gegen Brustkrebs einsetzen. Bei mir ist mal ganz kurz der Gedanke hochgekommen, WARUM. Dann habe ich ihn gleich weit von mir geschoben. Es gibt kein warum. Niemand der Krebs bekommt, ist schuld. Brustkrebs bekommen Frauen und auch Männer, die gesund essen, viel Sport treiben und fit sind. Es kann jeden treffen.

Ca. 70.000 Neuerkrankungen gibt es jedes Jahr, davon sind 1 % Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 64. Aber ich habe im Laufe der Zeit Frauen kennengelernt, die weitaus jünger sind.

Wichtig!!!

Das erste Wichtige, was jede Frau tun sollte, ist ABTASTEN. Ja, wirst du sagen, das mache ich doch. Gut. Aber immer wieder höre ich, dass mir eine Frau sagt, manchmal vergesse ich das auch. Mammografie und Ultraschall ist auch nicht fremd, wenn Frau denn so alt ist, dass es zur Vorsorge gehört und die Kasse es bezahlt.

Für mich ist der Begriff „Vorsorgeuntersuchung“ nicht korrekt. Man kann nicht vorsorgen, dass man keinen Krebs bekommt. Für mich heißt es Früherkennung und umso früher erkannt, umso schneller kann etwas getan werden und die Heilungschancen sind um ein Viefaches besser. Brustkrebs hat aber nicht nur mit einem Knoten in der Brust zu tun. Jede Veränderung der Brust (Hautverfärbungen, Veränderung der Brustwarze, geschwollene Brust) sollten von der Gynäkologin oder dem Gynäkologen abgeklärt werden.

Meine Frauenärztin schickte mich schon sehr früh einmal im Jahr zur Mammografie und zum Ultraschall. Ich habe sehr festes Brustdrüsengewebe und da ist es schwierig, einen Knoten tatsächlich zu ertasten. Auf dem Weg zur Vorsorge, das kennst du sicher auch, da fängt der Magen etwas an zu grummeln. Wenn alles in Ordnung ist, ein tiefes Aufatmen. Ein Jahr wieder Ruhe.

Habe ich alles gemacht

Ich möchte dir kurz erzählen, wie es bei mir war. Eines Tages bemerkte ich, dass aus meiner linken Brustwarze eine FlüssigkeiIt austrat. Es machte mich etwas nervös. Gott sei Dank stand der nächste Vorsorgetermin vor der Tür. Meine Frauenärztin tastete ab. NICHTS. Sie nahm eine Probe von der Flüssigkeit und schickte sie ins Labor. WARTEN. In der Zwischenzeit ging ich zur Mammografie und zum Ultraschall. NICHTS. Das Labor. Alles ok. Was nun? Abwarten und beobachten. Nach einem halben Jahr ging ich wieder zu meiner Ärztin, da sich nichts geändert hatte. Sie tastete wieder ab und schickte eine Probe der Flüssigkeit wieder ins Labor. Es war aber nichts zu finden. Sechs Monate später war die ganz normale Vorsorge fällig. Die Tastuntersuchung ergab wieder nichts, es ging wieder eine Probe ins Labor (wie sich später herausstellte ohne Befund) und ich wurde zur Mammografie und zum Ultraschall überwiesen.

Tja, und wenn dann die Röntgenärztin schon so schaut, wie sie da geschaut hat, da schwante mir schon etwas. Zwei auffällige Stellen auf dem Ultraschallbild. Ich wurde erst gar nicht an eine Fachpraxis zur Entnahme von Gewebeproben überwiesen, das hätte in ihren Augen zu lange gedauert. Zwei Tage später war ich wieder in der Röntgenpraxis und es wurde eine Biopsie durchgeführt. Es war kurz vor dem Wochenende. Das Ergebnis bekam ich Dienstag darauf von meiner Frauenärztin. Ein Tumor vorne vor der Brustwarze im Milchgang und einer oben in der Brust, neben der Achsel.

Von da an ging alles seinen Lauf

Du siehst, es sind nicht nur die Knoten, die man ertasten kann oder auch nicht ertasten kann. Ich habe mich hinterher natürlich gefragt, ob man vorher noch andere Untersuchungen hätte machen können, aber der Arzt im Brustzentrum bestätigte mir den Untersuchungsablauf.

Gib Acht auf dich

Achte auf deinen Körper und höre auf deinen Körper. Lass alles abklären, was dir komisch vorkommt. Und wenn du nicht weiter kommst, dann hole dir eine zweite Meinung ein.

Krebs darf kein Tabu bleiben. Als ich die Diagnose dann hatte, auf einmal „outeten“ sich andere, die auch schon Krebs hatten. Bei mir drehte sich die nächsten Monate alles um die Krebstherapie, Betroffene, Ärzte und Schwestern. In der Zeit habe ich gemerkt, wie Krebs sich in unserer Gesellschaft breit macht. Aber kaum einer spricht darüber. Leider sind in der Zwischenzeit auch Frauen gegangen, die es nicht geschafft haben. Umso schmerzhafter, wenn ich sie persönlich gekannt habe. Aber auch die anderen Frauen aus den sozialen Netzwerken berühren mich tief.

 

Lass uns über Krebs sprechen

Darum sage ich heute, lass uns über Krebs sprechen. Wenn du Fragen hast als Betroffene, nicht Betroffene oder Angehörige einer oder eines Betroffenen, dann frag. Du kannst mich hier in den Kommentaren fragen oder du schreibst mir eine Mail. Ich freue mich aber auch, wenn du einfach nur deine Gedanken dazu mit mir teilen möchtest. Ich war und bin immer sehr offen. Man kann mit mir über alles sprechen.

Liebe Grüße

Gudrun

 

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8 Antworten

  1. Liebe Gudrun, ein wichtiges Thema, das du hier aufgreifst und ich finde es toll, dass du so offen von deinen eigenen Erfahrungen berichtest. Es rüttelt doch die Menschen immer mehr auf, von wirklich Betroffenen davon zu hören, als wenn der Arzt auf die Früherkennungsmöglichkeiten hinweist. Solange nicht jemand im näheren Umfeld oder in der eigenen Familie betroffen ist, wird das von vielen eben auch nicht wirklich ernst genommen. Bei uns ist das Thema Krebs in den letzten Jahren in der Familie auch sehr aktuell geworden – meine Tante und meine Kusine haben Brustkrebs und mein Bruder Speiseröhrenkrebs.
    Jedenfalls freue ich mich, dass bei dir bisher alles gut verlaufen ist und ich wünsche dir auch für die Zukunft alles Gute.
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe Gesa

    1. Liebe Gesa,
      danke für deine Worte. Ja, wenn in der Familie oder dem näheren Umfeld jemand an Krebs erkrankt, dann ist das schon etwas anderes. Also geben wir schön acht auf uns.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

  2. Hi Grudrun,
    ein super wichtiges Thema. Ich kenne leider ganz viele Betroffene. Ich selbst habe seit gefühlt 100 Jahren 3 Knoten in der linken Brust, die regelmäßig kontrolliert als „ungefährlich“ eingestuft werden. Wir messen jedesmal aus und es verändert sich nichts. Vor ca. 98 Jahren hat mein Frauenarzt angeboten eine Biopsie zu machen, was ich aber abgelehnt habe. Never-change-a-running-system! Aus meiner beruflichen Tätigkeit innerhalb der alternativen Krebstherapie habe ich gelernt, dass Tumore sich gerne bei der Entnahme verteilen und dass die Mammografie auch dafür sorgen kann, dass ungefährliches verkapseltes Gewebe aufbricht…
    Schön, dass Du vollständig genesen bist! Zum Glück sind das ebenfalls alle, die ich mit Brustkrebs kenne. Und dafür ist in der Tat die Früherkennung super wichtig.
    Hab eine schöne Woche!

    1. Hallo Nicole,
      wenn du unter ärztlicher Kontrolle bist, dann ist das doch gut. Wenn die Knoten nicht wachsen, noch besser.
      Alles Gute und eine schöne Woche
      Gudrun

  3. Liebe Gudrun,

    ich verfolge deinen Blog schon eine ganze Weile. Auch ich bin eine Betroffene. Fast zeitgleich mit dir hatte auch ich die Diagnose
    Brustkrebs, habe ebenso wie du OP, Chemotherapie, Strahlentherapie und Reha hinter mir. Dank meiner Familie und meiner tollen Gynäkologin habe ich das Ganze gut überstanden. Bei mir wurde der Tumor bei der Mammographie im Rahmen der Früherkennung festgestellt. Lobulär, war nicht tastbar. Meine Ärztin hat gemeint, die Mammographie hat mir das Leben gerettet, heute geht es mir gut, bin noch in der Antihormontherapie. Leider gibt es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis Frauen meines Alters (62 Jahre) die weder zur gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung noch zur Mammographie gehen. Das kann ich absolut nicht verstehen. Ich möchte alle Frauen ermutigen: Gehr zur Vorsorge!! Aufgrund meiner Brustkrebserkrankung habe ich festgestellt, wir haben hier in Deutschland ein hervorragendes Gesundheitssystem, nutzt die Angebote die es für uns Frauen gibt. Brustkrebs ist kein Todesurteil, wenn er frühzeitig erkannt wird. Auch jetzt in der Nachsorgetherapie bin ich in einer engmaschigen Kontrolle und fühle mich gut betreut. Das gibt mir eine gewisse Beruhigung. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute. Liebe Grüße Silvia

    1. Liebe Silvia,
      darum werde ich auch immer wieder Beiträge um, wegen oder gerade über Brustkrebs auf meinem Blog bringen. Um immer wieder darauf hinzuweisen und ins Bewusstsein zu bringen, was Brustkrebst ohne Früherkennung und mit Früherkennung bedeutet. Auch ich möchte immer wieder aufrufen, zur Vorsorge bzw. Früherkennung zu gehen.Ich wünsche dir alles Gute und freue mich, wenn du lesen kommst.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

  4. Liebe Gudrun,
    ich habe beim Lesen deines Gänsehaut bekommen. Denn auch bei uns in der Familie gab es schwere Krebserkrankungen und auch im Umfeld hört man es immer wieder und ist schockiert. Und ich gebe dir so recht: Früherkennung ist das richtige Wort, denn du kannst heute gehen und morgen geht die Erkrankung los.
    Mir gefällt, wie du darüber schreibst: Du mahnst nicht, du erklärst. Du zeigst, dass man nicht alles sehen oder fühlen kann. Dass es unterschiedliche Erkrankungen gibt.
    Und du zeigst, deinen damaligen Kampfgeist, dass du immer noch lächeln konntest und dass man es schaffen kann.

    Ich glaube, den einen Weg (außer den der regelmäßigen Kontrolle) gibt es sonst eben nicht. Aber seinen Körper zu kennen und zu erkennen und auf ihn zu achten, ist ein guter Schritt.
    Danke für deine offenen Worte.
    Alles Liebe
    Nicole

    1. Liebe Nicole,
      ja, ich glaube heute hat fasst jeder einen betroffenen Menschen im persönlichen Umfeld. Das ist auch als Angehörige und Familienmitglied schwer. Ich bin toi toi toi einigermaßen durch die Zeit gekommen. Es gab nicht nur die lachenden Selfies von mir. Ein Bild habe ich mal veröffentlicht, da ging es mir ganz schön besch…… Aber das ist es nun auch diese Krankheit. Umso mehr genieße ich jeden Tag, den ich morgens gesund aufwache. Wie schnell kann es auch wieder anders kommen.
      Bleib gesund und gib acht auf dich
      Gudrun

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