Wo die Libellen tanzen

Buchempfehlung

Der Harz ist mystisch, ja sogar Orte haben eine besondere Spiritualität. Viele Geschichten ranken sich um den Harz. Da wird von Hexen, Riesen und irgendwelchen Fabelwesen erzählt. Ob sie alle wahr sind? Wer weiß.

Der Harz kommt mit an die Ostsee

Für meine Urlaubswoche an der Ostsee habe ich mir ein Buch mitgenommen, über das ich in unserer Lokalzeitung gelesen habe. Die Geschichte spielt im Harz, bei mir quasi um die Ecke. Naja, fast 😉 Es ist der Debütroman der Autorin Leonie Zenk. Sie wohnt nur wenige Kilometer von mir im selben Landkreis.

Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen. Allein schon der Titel WO DIE LIBELLEN TANZEN. Libellen sind wunderschöne Tiere, die über dem Wasser tanzen und deren Körper und Flügel im Sonnenschein in vielen Farben glitzern.

Mehr zu dem Buch

Titel: Wo die Libellen tanzen

Autorin: Leonie Zenk

Verlag: emons-Verlag (Erstausgabe 2023)

Taschenbuch: 288 Seiten

Ich habe überlegt, ob ich zur Einführung den Klappentext kurz und knapp veröffentliche und dann ins Detail gehe. Aber das war mir zu einfach. Ich wollte lieber selbst zwei oder drei Sätze als Einleitung schreiben. Ich habe es versucht, ehrlich, aber es wurden immer viel mehr Sätze, da mich die Geschichte so gefesselt hat.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich hatte das Gefühl, an den persönlichsten und intimsten Gedanken der Protagonistin teilzuhaben. Sie heißt Valeria und ist mit ihrem Freund Felix nach Berlin gegangen. Für ihn und sein Jobangebot hat sie ihren Traumberuf aufgegeben. Dafür macht er in der Hauptstadt Kariere. Da beide gern ein Kind haben möchten, gehen sie in die Familienplanung und sie bemüht sich nicht weiter, in ihrem Beruf als Klavierlehrerin Fuß zu fassen. Sie arbeitet in einem Supermarkt und füllt Regale auf. Die Kollegin Mathilda wird zu einer guten Freundin.

Nachdem alle Versuche vergebens sind, schwanger zu werden, erhält Valeria von ihrem Frauenarzt die Nachricht, dass sie keine Kinder bekommen kann. Für beide ist es schwer. Felix treibt seine Kariere voran, kommt immer öfter spät abends nach Hause, nichts machen sie mehr gemeinsam und bei einem der vielen Streitigkeiten wirft er ihr vor, dass sie schuld an ihrer Kinderlosigkeit ist.

Valeria ist zutiefst verletzt und verlässt Felix. Sie fährt in den Harz in die kleine Hütte am See, wo sie ihre schönsten Kindheitsjahre verbracht hat. Mit ihren Eltern ist sie jeden Sommer dorthin gefahren. Bis zu dem Moment, wo sie sich als achtjährige in einem Krankenhaus im Harz für immer von ihrem kranken Vater verabschieden musste. Danach war sie 20 Jahre nicht mehr an diesem, ihrem See.

Dieser Aufenthalt wird für sie eine Aufarbeitungsphase. Sie muss sich ihren tief vergrabenen Erinnerungen und Ängsten stellen. Ein altes Fotoalbum hilft ihr dabei. Außerdem lernt sie einen Mann kennen, in den sie sich fast verliebt, aber nur fast, denn er ist ungebunden und freiheitsliebend. Er hilft ihr auf seine Weise, dass sie ihre Gefühle akzeptiert und zulässt. Auch die Bewohner in dem kleinen Ort im Harz helfen ihr auf die ein oder andere Weise, ohne es sich bewusst zu sein.

Was ich an diesem Buch so gemocht habe

Leonie Zenk hat so einen wundervollen, bildhaften Schreibstil. Sie findet so wunderbare Umschreibungen, um auf eine Szene neugierig zu machen und zack ist man mittendrin. Es ist schön mitzuerleben, wie Valeria in ihr altes neues Leben zurückfindet.

Es hat Spaß gemacht, die Charaktere zu beobachten. Da ist Felix, karieresüchtig, unerbittlich, von sich eingenommen. Dabei war er nicht so, als sich beide kennengelernt haben. Auch er macht eine Wandlung durch.

Die Freundin Mathilda, immer gerade heraus und sagt, was sie denkt. Manchmal musste ich schmunzeln.

Da ist Georg, ein alter Herr, der Valeria bei ihrer Anreise im Wald aus der Patsche hilft, als ihr Auto keinen Mucks mehr sagt. Er wird ihr ein lieber Freund und Helfer für den Sommer, aber auch um ihn muss sie sich plötzlich Sorgen machen.

Das Buch hat mich sehr berührt und hat in mir noch einige Tage nachgeklungen. Es ist von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung.

Liebe Grüße

Gudrun

 

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6 Responses

  1. Das Buch hört sich sehr interessant an.
    Im Urlaub bin ich in der Urlaubszeitung auch mal auf eine Vorstellung eines Buches gekommen
    und erst dachte ich. hmmm, aber ich war froh, meinem Gefühl gefolgt zu sein und das Buch war
    wirklich super! Das ist aber schon viele Jahre her.

    Danke für die Vorstellung

    elke von elkevoss.de

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