Selbstfürsorge, Weihnachtsrituale und Schlesische Weißwurst

*Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung für gute Food-Blogs*

In fünf Tagen ist Heilig Abend. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Wir müssen uns an Weihnachten einschränken, damit das Virus nicht noch schlimmer um sich greift. Ich bin etwas corona-müde, das gebe ich ehrlich zu, halte mich aber natürlich an die Regeln und hoffe auf ein Besseres und Normaleres 2021.

Selbstfürsorge und nur ich

Du und ich sollten auch an Selbstfürsorge denken. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Viele haben gerade jetzt Existenzängste. Andere arbeiten schon seid Wochen oder sogar Monaten im Homeoffice. Das ist etwas anderes, als zur Arbeit zu gehen und sich mit Kollegen auszutauschen. Persönlich. Andere Personengruppen arbeiten am Limit und sind ausgebrannt.

Es ist nicht schlimm, in dieser Zeit nur mal an sich zu denken, was einem guttut. Eine schöne Tasse Tee

und etwas Musik hören, ein Spaziergang, ein schönes warmes Bad mit dem Lieblingsduft zu einer Tageszeit, wo wir vorher im Leben nicht dran gedacht hätten. Einfach nur genießen.

Gib dir die innere Erlaubnis, gut auf dich zu achten und gut für dich selbst zu sorgen.

(Wera Nägler)

An die anderen, die uns lieb und teuer sind, an die denken wir dann später wieder.

Rituale geben Sicherheit

Rituale können uns helfen, denn sie geben uns Sicherheit und Stabilität und sie bringen Ordnung in den Alltag. Vielleicht bedeuten sie auch ein wenig Heimat.

Bei mir beginnt der Morgen mit einem bestimmten Ritual. Aufstehen, ins Bad, dann in die Küche. Dort zuerst das Teewasser aufsetzen und das Toast in den Toaster stecken. Tischsets hinlegen, Bretter, Messer, Becher, Teebeutel, dann geht es an den Kühlschrank. Unbemerkt hat sich dieses Ritual über lange Zeit eingeschlichen. Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich es mal in einer anderen Reihenfolge probieren würde. Fällt mir dann der Teebecher aus der Hand oder plempere ich mit dem Teewasser? Keine Ahnung.

Für meinen Mann gehört es seit seiner Kindheit dazu, Heilig Abend in den Gottesdienst zu gehen. Ein Ritual. Dieses Jahr wird es etwas anders sein. Wenn wir Glück haben, dann wird der Gottesdienst auf einem Bauernhof draußen abgehalten. Mit ganz viel Abstand, Mund- und Nasenschutz und ohne Gesang. Aber vielleicht fällt er auch ganz aus.

Genauso gehört bei uns Schlesische Weißwurst und Kartoffelsalat zu Heilig Abend. Die Großeltern von meinem Mann stammen aus Schlesien und so gehört dieses Essen seit seiner Kindheit dazu. Ich habe es gern übernommen, weil ich es mag.

Ich glaube jeder, sicher auch du, hat so sein Geheimrezept, was den Kartoffelsalat angeht. Ich habe letzte Woche den von einfach Malene ausprobiert und der hat mir sehr, sehr gut geschmeckt. HIER

In diesem Jahr werde ich wohl zu der Schlesischen Weihnachtsweißwurst Sauerkraut probieren. In unserer Tageszeitung fand ich dieses Rezept.

Schlesische Weißwurst mit Sauerkraut

Für 4 Personen

4 Paar rohe Schlesische Weißwürstchen, 100 g Butterschmalz, 600 g mildes Sauerkraut, 100 g Bauchspeck, 1 große Zwiebel, 1 EL Mehl, 1 l Rinderbrühe, 2 Lorbeerblätter, ½ TL Kümmel

Die halbierte Zwiebel in feine Streifen schneiden, den Speck würfeln. Beides in einem Topf mit 50 g Butterschmalz anschwitzen. Mit Mehl bestäuben und kurz weiter anrösten. Das abgetropfte Sauerkraut, die Lorbeerblätter und den Kümmel zufügen. Das Kraut am Topfboden leicht anrösten lassen und wie bei einem Risotto immer wieder umrühren. Sobald der Röstansatz droht, dunkel zu werden, die Rinderbrühe zufügen und alles eine halbe Stunde köcheln lassen, bis das Kraut schön sämig ist.

Die Schlesische Weißwurst 30 Min in heißem Salzwasser garen. Nicht kochen! Gut abtropfen lassen und trockentupfen und vor dem Servieren in einer Pfanne im restlichen Butterschmalz bräunen. Aufpassen, dass sie nicht platzen!

Dazu gibt es dann Kartoffeln oder ein Sauerteigbrot.

Das Rezept ist von Torsten Kluske und seiner Kochschule bzw. Kochblog Besserbissen. HIER

Hast du ein traditionelles Weihnachtsessen oder ein anderes Ritual, ohne das es nicht geht an Weihnachten? Verrätst du es mir?

Ich verabschiede mich für dieses Jahr hier. Dir und deiner Familie wünsche ich einen schönen 4. Advent und ein wunderschönes Weihnachtsfest. Bleib gesund und ich würde mich freuen, wenn du auch im nächsten Jahr bei mir vorbeischaust.

Liebe Grüße

Gudrun

 

 

 

 

Bild 3: Steve Buissinne auf Pixabay

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. carey gertrud

    Liebe Gudrun, danke für deinen schönen Beitrag. Du hast recht es ist so wichtig uns selber was Gutes zu tun. Wenn unser Topf leer ist, haben wir nichts mehr zu geben.
    Stell dir vor, wir haben Gemeinsamkeiten, mein Morgenritual läuft fast gleich ab, ausser dass ich eine grosse Tasse Kaffee brauche. Und mein Mann verpasst auch keinen Weihnachts Gottesdienst, wie es dieses Jahr geht? Ich habe keine Ahnung, ich bin sehr zufrieden wenn um 11 Uhr die Glocken läuten…
    und ja, fast hätte ich es vergessen, Kartoffelsalat lieben wir auch..

    Frohes Fest für dich und deine Lieben.
    Herzlich gertrud

    1. Gudrun

      Liebe Gertrud,
      ach, das freut mich, dass wir Gemeinsamkeiten haben. Na gut, der Kaffee. Aber weißt du was, Tee trinke ich auch nur Mo – Sa. Sonntags gibt es bei mir Kaffee. Frag mich nicht warum. 😉
      Dir und deiner Familie wünsche ich auch ein schönes Weihnachtsfest.

      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Gorlik

    Liebe Gudrun,
    danke für Deinen Beitrag.
    Ich habe bloss eine Frage, da ich auch aus Schlessien komme. Wie ist Dein Mann auf die Gedanke gekommen die Wurst am Heiliggen Abend zu essen ?Das kennt keine von meiner Familie….bloss kein Fleisch am Heiligen Abend. Es gab immer und bis heute gebackene Karpfen, Sauerkraut mit Pilzen, extra Mohn Nachtisch, sehr aufwendig und mit vielen Bakalien….dazu eine wunderbare cremige Steinpilzsuppe….
    Woher so viel Unterschied? Wir zelebrierien es bis heute obwohl wir alle schon seit 40 Jahren in Berlin leben..
    Alles Gute und viel Spassß liebe Grüsse Bernadette.

    1. Gudrun

      Liebe Bernadette,
      da fragst du mich aber etwas. Warum die schlesische Weißwurst an Heilig Abend? Das kann ich dir nicht sagen. Meine Schwiegermutter habe ich leider nicht mehr kennengelernt und mein Schwiegervater ist auch vor 10 Jahren verstorben. Vor ungefähr drei oder vier Jahren machte mein Mann den Vorschlag, an Heilig Abend die Weißwurst zu essen. Wenn es allgemein nicht so Sitte ist, vielleicht hat seine Familie es „familien-intern“ so gemacht 😉 . Jedenfalls schmeckt sie fantastisch, so wie ich sie im Dez 2020 zubereitet habe. Man gut, dass die Geschmäcker verschieden sind. Aber dein Heilig Abend-Essen hört sich auch toll an.
      Liebe Grüße
      Gudrun

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