Buchtipp – Mit dem Rücken zur Wand von Hera Lind

*Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung*

Ein fesselndes und emotionales Buch über ein Thema, welches leider immer wieder vorkommt. Aber vorweg etwas anderes:

Buchblogger sein, das kann doch jeder!

Diese Aussage habe ich vor Kurzem gesehen. Wenn ich die Rezensionen von Buchbloggern lese, dann habe ich großen Respekt davor. Ich bin keine Lektorin, keine Korrektorin, habe nicht jeden Tag ein Buch in der Hand und habe auch noch kein Rezensionsexemplar von einem Verlag erbeten. Ich bin eine ganz normale Leserin. Ich mache meine ersten kleinen Schritte als Autorin und darum heißt die Rubrik auch nicht Rezension, sondern #buchtipp.

Heute stelle ich ein Buch vor, welches mir sehr am Herzen liegt, von einer Autorin, die ich bewundere und von der ich einiges gelernt habe. Hera Lind.

Hera Lind schreibt Tatsachenromane

Bis April letzten Jahres hatte ich Hera Lind überhaupt nicht auf dem Plan bzw. im Bücherregal. Ich hatte sie im Netz gefunden, als ich nach einem Schreibseminar suchte. Erst da habe ich mich mehr mit der Autorin befasst. Nach meinem Besuch in Salzburg und ihrem Schreibeseminar war ich vollends von ihr eingenommen. Hera Lind schreibt seit einigen Jahren ausschließlich Tatsachenromane. Sie lernt ihre zukünftigen Protagonistinnen und Protagnonisten persönlich kennen und spricht lange mit ihnen, bevor sie sich ans Schreiben macht. Ich habe bisher vier Bücher von ihr gelesen und muss sagen, sie gehen unter die Haut.

Heute möchte ich den neuen und (ich glaube) 30. Tatsachenroman von Hera Lind Mit dem Rücken zur Wand vorstellen. Er hat mich sehr gefesselt und manchmal habe ich die Luft angehalten. Wenn man im normalen Alltag von häuslicher Gewalt in der Presse liest, dann ist der Text journalistisch aufgemacht. Was sich wirklich hinter der Wohnungstür abgespielt hat, das erfährt man nicht.

Verlag: Diana Verlag

Seitenzahl: 492

Genre: Frauenroman

ISBN: 978-3-453-29229-1

Inhalt

Sara ist verwitwet und alleinerziehende Mutter von zwei Kinder. Überraschend erbt sie das Haus ihrer Großmutter. Aus finanzieller Sicht und für ihre Kinder wäre es ein Traum. Das Haus steht auf dem Land mit einem großen Garten in einer verkehrsberuhigten Straße. Wenn, ja wenn im Nachbarhaus nicht ihr Vater wohnen würde. Dieses Haus war in ihrer Kindheit die Hölle. Sara und ihre Mutter haben dort so viel Leid erfahren. Sie entschließt sich, das Erbe trotzdem anzunehmen, in der Hoffnung, dass der Vater sich geändert hat.

„Die Angst saß mir ständig im Nacken. Sie nahm mir die Luft zum Atmen. Mein Vater war wie eine tickende Zeitbombe, die jeden Moment explodieren konnte.“

(Aus dem Buch „Mit dem Rücken zur Wand“)

Über das Buch

Dieses Buch hat mich sehr berührt. Die Geschichte ist bedrückend und manchmal ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen. Einerseits wollte ich das Buch weglegen, andererseits konnte ich nicht aufhören zu lesen. Das Thema ist schwere Kost, aber Hera Lind hat es in ihrem unnachahmlichen Stil geschrieben.

Da ist Sara, eine starke selbstbewusste Frau und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die nur im Guten mit ihrem Vater als Nachbarn leben möchte. Sie hat sogar die Hoffnung, dass er ein guter Großvater für ihre Kinder sein wird. So viele Jahre liegen zwischen ihrem Leben und Leiden in ihrem Elternhaus nebenan und heute. Sie hofft, dass sich ihr Vater geändert hat. Immer wieder kommen die hässlichen Erinnerungen zurück. Sie kann die Schläge, Tritte und Fausthiebe bis heute nicht vergessen.

Das ist alles so realistisch beschrieben, dass ich manchesmal echt geschockt war.

Ehe sie sich versieht, steckt sie in der gleichen Situation wie vor vielen Jahren. Ihr Vater schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht, er bestiehlt sie und bezichtigt sie der Lüge. Die Nachbarn machen schnell die Haustür zu und wollen nichts mitbekommen. Sara ist verzweifelt.

Wenn man in der Realität genauer hinschaut, möchte man sich vielleicht nicht einmischen und meint, das geht einem nichts an. Aber man darf die Augen davor nichts verschließen und sollte handeln.

Auch ihr Freund Daniel, ein lieber und netter, aber eher schwacher Mann, hilft ihr nicht. Sara geht zur Polizei. Die Beamten raten ihr von einer Anzeige ab mit der Begründung, dass das noch mehr Gewalt nach sicht zieht.

Blaue Flecken zählen nicht? Es muss erst noch mehr passieren?

Die Polizeibeamten fahren zu ihrem Vater, um mit ihm wenigstens zu sprechen. Am Ende  bekommt Sara eine Anzeige von ihrem Vater wegen übler Nachrede.

Helga, die Freundin ihres Vaters, die ebenfalls unter dem Mann zu leiden hat, kann sich von ihm nicht lösen.

Um ihm einen Denkzettel zu verpassen, reift in Sara ein Plan und sie findet in Helga eine Verbündete. Doch am Ende geht der anders aus als erwartet.

Der Roman ist ehrlich und mit viel Spannung geschrieben. Er hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Das Hera Lind genau und bis ins Detail die Zusammentreffen zwischen Sara und ihrem Vater beschreibt, ist in meinen Augen wichtig, um die Protagonistin zu verstehen. Hera Lind schreibt am Ende des Buches, dass Sara (die im wirklichen Leben anders heißt), alles genau so aufgeschrieben hat und sie sich nichts ausdenken musste. Am Ende steht Sara vor Gericht und nicht ihr Vater.

Von mir gibt es für diesen Roman 5***** und ein Daumen hoch. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

So ernst das Thema auch ist, so wünsche ich allen, die das Buch lesen, viel Lesespaß.

Liebe Grüße

Gudrun

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14 Antworten

  1. Spannende Geschichte. Schlimm, dass sie wahr ist.

    Gerade gestern stand jemand vor mir mit offensichtlich überschminktem tiefblauen Fleck um Gesicht und Brandwunden an der Hand vor mir.

    Das geht mir immer noch nach, weil ich es ignoriert habe, weil meine Erfahrung leider ist, dass Worte von Fremden dazu nicht gehört werden wollen. In der Vergangenheit habe ich bei anderen Personen diese angesprochen und wurde sehr ablehnend behandelt.

    1. Ja, ein schwieriges Thema. Ich kannte auch mal eine Frau, die sagte, dass sie im Bad gefallen sei. Aber ich weiß nicht, ob ein blaues Auge von einem Sturz im Bad kommen kann. Vielleicht. Leider kommt das, wie sagt man, in den besten Familien vor.
      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Liebe Gudrun, ein absolut interessantes Buch. Ich lese auch immer wieder mal gerne wahre Begebenheiten, obwohl ich dann oftmals schockiert bin, was da so alles in der Welt vor sich geht und wir eigentlich vielfach nicht wahrnehmen. Themen, bei denen so manche wohl auch gerne wegschauen. Ich stelle es mir ganz schrecklich für die Betroffenen vor, wenn Hilferuhe nicht gehört oder geflissentlich übergangen werden.
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe Gesa

    1. Liebe Gesa, manchmal ist man auch unsicher. Ich war schon mal in einer Situation, da hat mir die Frau gesagt, dass sie im Bad gestürzt ist. Aber die offensichtliche Verletzung im Gesicht im Bereich des Auges, hätte die von einem Sturz herrühren können? Ich bin keine Medizinerin. Trotzdem war ich skeptisch, habe aber dazu nichts weiter gesagt. War es richtig? War es falsch.
      Herzliche Grüße und danke für deine Zeit auf meinem Blog
      Gudrun

  3. Liebe Gudrun
    Diese Thematik ist in der Tat schwere Kost. Auch weil man die Ratlosigkeit spürt und die Ungerechtigkeit.
    Hier muss in der Tat vieles verbessert werden zum Schutz der Opfer.
    Deine Vorstellung liest sich sehr gut und respektvoll und macht Lust aufs Lesen.
    Die ersten Bücher von Hera Lind habe ich damals verschlungen.
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Hallo Nicole,
      die allerersten Bücher von Hera Lind waren da nicht ganz so mein Fall. Nachdem ich dann auch mal einen Film gesehen habe, der nach einem Buch gedreht wurde. Es ging nicht um die Schauspieler sondern, was auch dem Buch gemacht wurde. Da bin ich von Hera Lind irgendwie abgekommen. Aber ihre Bücher heute sind wirklich gut.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

    2. Liebe Nicole, die ersten Bücher von ihr waren nicht so mein Fall. Vielleicht hat auch die Verfilmung eines Buches von ihr mir den Spaß genommen. Die Schauspieler waren toll (Veronika Ferres), aber die Umsetzung hat mir nicht gefallen. Dann habe ich keine Bücher mehr von Hera Lind gelesen. Erst jetzt bin ich wieder dazu gekommen, als ich das Schreibseminar bei ihr gemacht habe. Eine tolle Frau. Und die Themen sind wirklich harte Kost. Ich habe jetzt fünf ihrer Bücher gelesen. Wir wissen wirklich nicht, was hinter den Türen unserer Nachbarn passiert.
      Liebe Grüße und eine schöne Zeit
      Gudrun

  4. liebe Gudrun ,
    wie gut , dass Du die Gabe besitzt,
    bei Dir nicht gut tuenden Themen
    ganz schnell umzudenken versuchst
    und d a s dann auch schaffst…
    Das kann nicht jeder – vll. einer mehr, einer dann weniger…
    Wie auch immer, …
    Die Kindheit mit all ihren Facetten
    prägt uns , so glaube ich , doch
    viel mehr , als wir für möglich halten. Könnte da mein eigenes
    Beispiel von Verlust und Traurigkeit
    anführen , lasse es aber mal-
    (wäre zu umfangreich ).
    Ausserdem gehören viele andere
    Erkrankungen zu den Aufzählungen, beispielsweise MS , Schlaganfall,
    Morbus Parkinson , Unfallfolgen,
    etc, etc….
    Schlimm sind o.g. Ereignisse immer,
    je früher sie eintreten, natürlich um
    so schrecklicher !!
    Vll. , liebe Gudrun , verstehst Du ,
    was ich meine, da Du selbst
    betroffen warst !?

    Gesundheit ist wirklich
    A L L E S
    und O H N E ist alles N I C H T S !!

    (das habe ich vorher nicht so richtig
    geglaubt…)
    l.G. Katharina

    .

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