Anschlussheilbehandlung – Immer noch meine Geschichte

Gesundheit geht nicht nach Aussehen

Jetzt bin ich hier. In der AHB, sprich Anschlussheilbehandlung. Ich weiß noch, als ich in der Chemotherapie war und es mir mal so richtig schlecht ging, habe ich das Internet schon nach Reha-Kliniken durchsucht. Ich habe die Reha herbeigesehnt und mich drauf gefreut.

Eigentlich soll eine AHB spätestens 14 Tage nach einer OP oder am Ende der Behandlung beginnen. Durch Corona haben sich die Gegebenheiten und Prioritäten verändert. Ich begann 4 Wochen später. Mein Alltag war zwar noch nicht ganz mein Alltag, aber so richtig krank fühlte ich mich auch nicht mehr. Natürlich habe ich noch gewisse Einschränkungen, die mich meinen Alltag nicht so richtig leben lassen. Außenstehende merken das nicht. Ich höre immer wieder, wie gut ich doch aussehe. Leider geht es nicht nur nach dem Aussehen. Das hört sich für mich so an wie: Na, du hast das ja alles gut weggesteckt. Ne, sorry, habe ich noch nicht ganz.

Als ich vor fünf Tagen zu Hause meinen Koffer packte, beschlich mich ein komisches Gefühl. Eigentlich wollte ich nun gar nicht in die AHB. Allein schon der Name Kurklinik, mit Schwestern und Ärzten. Ich hatte genug von Krankenhäusern. Aber ich wusste natürlich auch, dass das kein Wellnessurlaub wird. Es soll immerhin für meine Gesundheit nach der schweren Erkrankung sein. Nein, ich wollte ganz unvoreingenommen an meine AHB herangehen. Für mein Gepäck hätte ich auch gut und gerne einen LKW nehmen können.

Aber dreiviertel von allem waren Sportsachen. Von der Klinik waren angesagt: Bademantel, Sportschuhe für drinnen, Sportschule für draußen, Badelatschen, Badeanzug, Wanderschuhe, Regenjacke, Föhn und Regenschirm. Föhn brauche ich nicht und Regenschirm habe ich vergessen.T-Shirts und Sporthosen habe ich nicht gezählt, die mit in den Koffer gekommen sind.

Viele Menschen für meine Gesundheit nach Brustkrebs

Ich war in dem genannten Zeitrahmen pünktlich da. An der Information wurde ich freundlich begrüßt und bekam eine Tasche mit meinem persönlichen Laken für die nächsten drei Wochen. Dieses muss für einige Behandlungen mitgenommen werden. Das Zimmer ist zweckmäßig und hübsch eingerichtet. Eine Krankenschwester begrüßte mich in meinem Zimmer. Die Fragen, die mir da gestellt wurden – ich wäre am liebsten wieder nach Hause gefahren. Sorry.


Brauchen Sie einen Rollator? NEIN!

Brauchen Sie einen hohen Toilettensitz? NEEIINN!

Brauchen Sie einen Duschhocker? NNEEEIIINNN!

Irgendwie bin ich wohl gerade etwas empfindlich. Das Personal macht auch nur seinen Job.

Zwei Stunden später, nach dem Mittagessen, hatte ich das Aufnahmegespräch bei einer Ärztin. Ihr Eindruck nach einer viertel Stunde: Ich bin eine einfache Patientin. Wir sprachen den Therapieplan durch und zwischendurch kam immer ihr Kommentar: Nein, das ist zu einfach für Sie. Endlich war es geschafft und ich hatte den Rest des Tages frei. Abends fand ich in meinem Postfach den Therapieplan für die nächsten zwei Tage. Ja, der war gut vollgepackt von morgens um 7:00 Uhr bis nachmittags um 15:30 Uhr. Zwischen den einzelnen Terminen lagen höchstens 60 Minuten Pause und ich schaute in den letzten zwei Tagen immer auf die Uhr, damit ich ja keinen Termin verpasse.

Und was macht Corona mit dem Ablauf in der Kurkliniki?

Für meine Begriffe ist hier alles gut geregelt. Überall sind Spender für Desinfektionsmittel angebracht. Am Eingang, vor dem Speisesaal, auf jedem Flur mit Patientenzimmern und überall auf den Fluren der Therapieräume. Die Mahlzeiten werden in zwei Gruppen durchgeführt und es sitzen nur 2 Personen am Tisch. Maskenpflicht besteht selbstverständlich außerhalb des Zimmers im Gebäude. Was ich als sehr angenehm empfinde, bei Vorträgen sitzen die Zuhörer*innen mit 1,5 bis 2 m Abstand und da dürfen die Masken abgesetzt werden. Der Chefarzt der Klinik, der uns Neuankömmlinge am Donnerstag in einem großen Seminarraum begrüßte, hat uns gut zu den Corona-Vorschriften in der Klinik informiert.

Ich gehe in die nächsten Tage mit morgendlicher Gewichtskontrolle, Kontrolluntersuchungen, Gleichgewichtstraining, Laufband, Walking, 3 Vorträgen und psycho-onkologischer Beratung.

Hab eine schöne Zeit und vor allen Dingen - bleib gesund

Gudrun










Titelbild: marijana1 auf Pixabay
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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Elke

    Liebe Gudrun,

    ich kann Dich verstehen. Mir ging es nach meiner Operation an der HWS auch so. Erst die Freude und dann irgendwie nicht. Ich gebe es zu. Mir hat die Reha nicht gut getan. Der Arzt hat es alles richtig angeordnet. Aber die Physiodamen… puh ein graus. Hier bin ich falsch, da bin ich falsch. Immer nur erklärungen. Nur die wirklich Erfahreren Physiotherapeuten, nicht die frisch und frei von der Schule, die wussten was zu tun ist. Ich habe mich damals so gut „geführt“, das keine Verlängerung kam. Obwohl alle am Tisch sagten, auch Du bekommst eine Verlängerung. NEIN ! Habe ich nicht, ich habe den Chefarzt überlistet. *lach* . Die letzte Woche in der Reha, da habe ich die Tage gezählt, das ich an Heiligabend wieder zuhause sein kann. Die vielen Anwendungen und so wie bei Dir. Teilweise nur 30 Minuten max. 60 Minuten Pause dazwischen, war mir nach der Operation, die 5 Wochen erst her war, einfach zu anstrengend. Ich war froh, zuhause meine Ruhe zu haben. Das anschließende Irina Programm im Januar 2 x die Woche nach der Arbeit, das war gut. Ich freue mich schon auf Sonntag.

    Ganz liebe Grüße
    Elke

    1. Gudrun

      Liebe Elke,
      ich freue mich auch schon sehr auf Sonntag. Alles weitere bequatschen wir dann.
      Ganz liebe Grüße
      Gudrun

  2. Ines

    Ich wünsche Dir gute Erholung in der Zeit dort, damit Du Dich hinterher mindestens so gut fühlst, wie Du jetzt schon aussiehst.

    1. Gudrun

      Liebe Ines,
      ganz herzlichen Dank und ich werde mich bemühen. 😉
      Liebe Grüße
      Gudrun

  3. gertrud carey

    Liebe Gudrun
    Also diese Fragen, das hätte mich auch genervt, ist wohl so vom Blatt abgelesen worden, halt Standard. Du hast einen richtig vollen Terminkalender, ich hoffe, es ist eine gute Mischung zwischen körperlicher Betätigung und persönlicher Betreuung, die Seele muss sich ja auch erholen..Ich wünsche dir eine gute und entspannte Zeit.
    Liebe Grüsse gertrud

    1. Gudrun

      Liebe Gertrud,
      so wie ich zuerst gar nicht bleiben wollte ;), habe ich mich jetzt nach einer Woche eingelebt und man gehört jetzt einfach dazu. Ich merke, wie die Kraft ganz langsam wiederkommt und bin ganz positiv gestimmt.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

  4. Liebe Gudrun, die Fragen nach Rollator, Toilettensitz & Co. waren nervig. Aber Du hast Dich wohl eingewöhnt und ich wünsche Dir, dass ganz viel für Dich mit nach Hause nimmst.
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Gudrun

      Hallo Nicole,
      was einem vorher fast unmöglich schien, nun ist man nach 2 Wochen ein Rädchen in dem Getriebe. Es bekommt mid alles sehr gut und ich mache Fortschritte.
      Liebe Grüße
      Gudrun

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