Aprikosentarte und Erinnerungen an Südfrankreich

Ich glaube, das ging doch schon mal jedem von uns so. Da haben wir etwas gekocht oder gebacken und dabei kamen Urlaubserinnerungen hoch und wir wären am liebsten wieder dort. Die Gegend war traumhaft, das Essen war super und die Menschen waren unheimlich nett. So ging es mir mit dieser Aprikosentarte. Die Franzosen würden sagen Tarte aux abricots.

Tartes backe ich für mein Leben gern. Ich muss nicht so viel Gedöns damit machen, alles geht schnell. Aber glaub mir, Franzosen können traumhafte Tartes backen. Ich liebe französische Bäckereien und Konditoreien.

Heute möchte ich mit dir ein Rezept für eine Aprikosentarte und meine Erinnerungen teilen, die mir beim Backen und natürlich beim Essen gekommen sind. 😉

Erinnerungen an Buis-les-Baronnies

Warum ich mich gerade an Buis-les-Baronnies erinnere? Weil es dort viele Aprikosenplantagen gibt und wir bei unserer Ankunft eine große Schüssel Aprikosen auf dem Tisch stehen hatten .

Um zu unserem Ferienhaus zu kommen, mussten wir durch die Stadt durch und sind dann auf sehr verschlungenen Wegen, rechts und links Olivenbäume, einen Berg hinaufgefahren. Dort lagen nur fünf Häuser, unser Ferienhaus und vier, die von Franzosen bewohnt wurden. Bei unserer Ankunft stand wie gesagt eine Schale mit Aprikosen auf dem Tisch. Im Laufe unseres Aufenthalts bekamen wir von unserem einen Nachbarn einen großen Lavendelstrauß geschenkt. Er hatte gerade ein Feld abgeerntet. Einen anderen Abend stand plötzlich der Nachbar von gegenüber an der Terrassentür und lud uns zum Abendessen ein. Nur schade, dass wir schon gegessen hatten. Unser Ferienhaus lag etwas am Hang, dadurch hatten wir von zwei Seiten einen wunderbaren Blick in die Landschaft. Wenn wir auf der Terrasse saßen wurden wir von unseren Nachbarn gegrüßt, ob einer mit dem Traktor vorbeifuhr oder eine Frau draußen Wäsche aufhing. Unsere Spaziergänge führten uns an Lavendelfelder vorbei und durch Aprikosenplantagen hindurch.

Wir besuchten mehrmals den Markt. Aßen in einem Restaurant unter den Arkaden, tanzten auf einem Fest unter den Platanen mit stimmungsvoller Beleuchtung. Der Abschied nach 14 Tagen fiel mir schwer, um nicht zu sagen sehr schwer. Als wir mit dem Auto den Berg hinunter fuhren, kamen mir die Tränen. Das war mir bis dahin noch nie passiert.

Ein Urlaub in Frankreich wird auch in diesem Jahr wohl noch nicht möglich sein und so habe ich mich mit meiner Aprikosentartes dorthin geträumt. Leider konnte ich keine frischen Aprikosen bekommen, so mussten welche aus der Dose herhalten. Aber sie hat trotzdem wunderbar geschmeckt und war auch kein großer Aufwand. Du weißt ja, bei mir gibt es nur Rezepte, die schnell gehen und trotzdem lecker sind.

Aprikosentarte

Was braucht man nun: Eine Platte fertigen Blätterteig, den gibt es in der Kühlung und ist aufgerollt. 120 g Speisequark Magerstufe, 1 Ei, 30 ml Sahne, 30 g Vanillezucker, Aprikosen (ich habe welche aus der Dose genommen, es ist nun mal noch keine Aprikosenzeit)

Und so geht die Zubereitung: Den Backofen vorheizen, Ober-Unterhitze 200 Grad, den Blätterteig ausrollen und auf das Backblech legen (das Papier dient als Backpapier). Die anderen Zutaten in einer Schüssel gut verrühren. Die Masse auf den Blätterteig verteilen. Den Rand ein klein wenig einrollen, damit die Quarkmasse nicht herunterläuft. Die Aprikosenhälften auf der Quarkmasse verteilen.

Und … wie immer bei mir, geht das ratzfatz. Ab in den Ofen für 50 bis 60 Minuten auf der mittleren Schiene. Es ist gut, die Tarte immer etwas im Blick zu behalten. Wenn sie dann goldgelb ist, sollte sie richtig sein.

Bon Appétit

Und weil ich mich hier nicht mit fremden Federn schmücken möchte, schaut doch mal Herrn Grün HIER vorbei. Das Rezept ist von ihm. Ein toller Blog mit leckeren Rezepten.

 

Liebe Grüße

Gudrun

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6 Antworten

  1. Liebe Gudrun,

    hmmm, allein bei dem Anblick läuft mir das Wasser schon im Mund zusammen.

    Ich hoffe ganz fest, das wir bald mal zu zweit backen können.

    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,
      ich warte auch händeringend, dass bald etwas Normalität einkehren kann. Aber es hilft ja nichts. Wir müssen uns gedulden. Wie sagt man so schön: Vorfreude ist die beste Freude.
      Ganz liebe Grüße
      Gudrun

  2. Liebe Gudrun,
    so ein schönes Rezept, es schaut irre lecker aus. Ich werde es mir speichern und ganz bald mal nachbacken.
    Tartes backe ich auch zu gerne, erstens ist es ein schön flacher Kuchen und man ist nicht sofort, nach einem Stück überfuttert und außerdem gehen sie tatsächlich immer recht schnell.
    Ich habe meine Ausbildungszeit einst im Schwarzwald verbracht, nah an der französischen Grenze, eine der Kolleginnen wohnte mit ihrer Familie in Straßburg und pendelte jeden Tag, manchmal begrüßte sie uns dann morgens mit frischen französischen Croissant, so toll. Wir waren ab und zu in Straßburg und auch bei ihr zum Essen eingeladen, halleluja, dass war ein Geschlemme, es zog sich über Stunden… Eine schöne Zeit! Hab vielen Dank für die Erinnerung und die Inspiration, ich freue mich schon aufs Nachbacken.
    Dir eine schöne Woche.
    Liebe Grüße von der Insel Rügen, Mandy

    1. Liebe Mandy,
      na, da hast du ja schon etwas Frankreich-Luft geschnuppert. Ich liebe das savoir vivre. Die Franzosen haben so eine besondere Lebensart. Aber sicher gibt es auch dort Dinge, da ist nicht alles Gold was glänzt.
      Ganz liebe Grüße nach Rügen
      Gudrun

  3. Liebe Gudrun

    Aprikosentarte im Frühling, warum nicht. Find ich sogar sehr gut, sonst würde man sie ja nicht einfrieren oder in Büchsen stecken. Vielen Dank für das Rezept, ich werde es bestimmt nachbacken. Wie gut dass uns niemand die Erinnerung an wunderbare Zeiten nehmen kann. Aus deinem Ferienbericht spricht so viel Sehnsucht, Speisen unter Arkaden, Tanzen unter Platanen, verschlungene Wege die von Olivenbäumen gesäumt sind..Dass dir der Abschied schwer gefallen ist, kann ich so gut verstehen. Auch nach vielen Jahren Irland, der Abschied ist immer noch schwierig, ein Teil des Herzens bleibt dort.
    Was für dich Aprikosentarte und Südfrankreich ist, ist für mich Apfelkuchen und grüne Insel, oder Fish Chips und ein kaltes Guinness. Ich habe wirklich Lust auf das Leben, auf Geniessen, auf ein bisschen Spass. Schliesslich sind wir nicht nur zum Arbeiten auf der Welt. Ich bin aber sehr zuversichtlich dass alles wieder gut wird. Das hat meine Mutter immer gesagt…alles wird gut. Und um Oscar Wilde zu zitieren: „Alles wird gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“. Das sagte ein Ire, und darauf vertraue ich.
    Alles Gute liebe Gudrun, liebe Grüsse
    gertrud carey

    1. Liebe Gertrud,
      ich mag Guinness auch so gern. Wir hatten vor einigen Jahren in unserer Kreisstadt eine Kneipe, in der wurde jedes Wochenende irische Life-Musik gespielt. Mein Mann und ich waren ganz oft dort. Ach ja, ich glaube, wir beide können das gut nachfühlen. Aber irgendwann, wenn auch nicht in diesem Jahr, wird es wieder so weit sein. Ich glaube ganz fest an nächstes Jahr.
      Ganz herzliche Grüße
      Gudrun

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