Zeitdruck – auch im Ruhestand ein Thema?

Vor etwa drei Wochen bat mich mein Verlag eine Story für Social Media aufzunehmen. Das Thema lautete: Wie gehe ich mit Zeitdruck um?

Zeitdruck ist heute ein Thema für viele Menschen – nicht nur für Autorinnen und Autoren. Und egal, in welcher Lebensphase wir stecken: Wichtig ist, dass wir uns nicht noch zusätzlich unter Druck setzen. Das gilt für Berufstätige genauso wie für mich als Rentnerin und Autorin.

Viele Rentnerinnen haben heute etwas, das frühere Generationen oft nicht hatten: Gesundheit, Energie und Neugier. Sie sind fit im Kopf, beweglich im Körper und haben Lust auf Leben. Und genau daraus entsteht ein ganz neuer Zeitdruck.

Plötzlich ist da diese Freiheit – und mt ihr die Erwartung, sie sinnvoll zu nutzen. Bloß nich zu Hause herumsitzen. Endlich Zeit für Sport, Ehrenamt, Freundschaften, Reisen, die Enkel und den Qigong-Termn. Nicht, weil jemand es verlangt, sondern weil man selbst so vieles noch machen möchte. Vielleicht auch aus dem Gefühl heraus: Jetzt erst recht. Oder: Solange ich kann, muss ich es nutzen.

Ganz ehrich? So geht es mir auch. Ich bin fit im Kopf – aber so was von. Ich habe viele Ideen und Pläne. Doch mein Körper bremst mich manchmal aus oder ich bekomme ein paar Stunden später die Quittung dafür.

Der Unterschied zum früheren Zeitdruck: Er kommt weniger von außen, dafür stärker von innen. Und er ist oft unsichtbar. Denn wer in Rente ist, „hat doch Zeit“. Dass freie Zeit genauso übervoll sein kann, sieht man von außen nicht.

Vielleicht liegt die eigentliche Herausforderung genau hier: sich selbst zu erlauben, nicht alles auszuschöpfen. Nicht jeden Tag zu verplanen. Auch einmal nichts vorzuhaben – ohne schlechtes Gewissen. Nicht jede Fähigkeit beweisen zu müssen, nur weil man sie noch hat.

Zeitdruck begleitet uns durch alle Lebensphasen. Er verändert nur sein Gesicht. Und vielleicht dürfen wir uns öfter die Freiheit nehmen, gelassener zu sein und nicht alles machen zu wollen.

Gerade stecke ich mitten im Schreibprozess für einen neuen Roman. Und ja – manchmal spüre ich Zeitdruck. In der Verlagsbranche sind Abgabetermine üblich, und das ist auch gut so. Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Cover, Klappentext und Marketing müssen geplant werden.

Mein Abgabetermin ist der 15.06.2026, der Roman erscheint 2027. Also heißt es für mich

Durchatmen.

Und mir immer wieder sagen:

Du schaffst das.

An diesere Situation kann ich nichts ändern. Aber ansonsten nehme ich mir die Freiheit nicht alles machen zu wollen.

Pass gut auf dich auf.

Liebe Grüße

Gudrun

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8 Antworten

  1. Das hast du super geschrieben Gudrun und genau auf den Punkt gebracht. Ich denke, wir müssen endlich lernen, dass Zeit etwas ist, was man nicht vollkommen verplant und dass wir nicht alles machen müssen… Zeit ist ja eigentlich ein Geschenk und es wird mit jedem Moment weniger Zeit, die uns zur Verfügung steht.
    Deine Verlagstermine musst du natürlich einhalten, ohne Frage. Ich selbst arbeite weniger denn je, aber habe gleichzeitig mehr Stress und weniger Zeit denn je, wie kann das eigentlich zusammengehen?
    Herzliche Grüße
    Sigi

    1. Liebe Sigi,
      ja, es ist manchmal schwer, das richtige Maß zu finden. Wie das mit der Zeit zusammengeht? Frag mich nicht, da bin ich nicht die Richtige für. Bei mir klappt das manchmal gut und dann wieder gar nicht.
      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Liebe Gudrun

    Danke für deinen Beitrag über die Zeit. Und ja, in Rente sein, bin ich ja auch, heisst nicht unbedingt, mehr Zeit zu haben. Ich habe mir grad die Zeit genommen, deine letzten Beiträge nochmals zu lesen. Und siehe da, ich habe doch tatsächlich deinen Bericht vom 8. Dezember übersehen, und somit deine Buchempfehlungen. Ich freue mich sehr liebe Gudrun, dass du mein Buch „Meine Seele ist eine Insel“, deinen Lesern vorgestellt und empfohlen hast. Tatsächlich bin ich auch ein bisschen verärgert über mich, dass ich das verpasst habe. Ganz herzlichen Dank nochmals liebe Gudrun.
    So wünsche ich dir denn genug Zeit und Ruhe, um an deinem neuen Buch zu arbeiten. Ich freue mich schon darauf, es zu lesen.

    Habe einen wunderbaren, entspannten Tag, herzlich gertrud

    1. Liebe Gertrud, du musst dich nicht ärgern. Ich komme in letzter Zeit leider kaum dazu, Blogs zu lesen. Da bin ich sogar etwas traurig drüber.
      Dein Buch ist wunderschön. Ich lese die Geschichten immer mit etwas Pause dazwischen und lasse die gerade gelesene auf mich wirken. So zack hintereinander weg lesen, das wäre schade. Auch wenn es schon ewig her ist, dass ich in Irland war, sind die Bilder und die Landschaft beim lesen sehr präsent.
      Im nächsten Beitrag, der – ich weiß noch nicht wann – kommen wird, werde ich meinen Roman, der am 23.06. dieses Jahres rauskommt, vorstellen. Und man kann ihn sogar schon vorbestellen 😉
      Liebe Grüße
      Gudrun

  3. Liebe Gudrun, gut geschrieben und mir aus der Seele gesprochen. Rentnerin mit Minjob, Ehrenamt, Sportkurs usw. Manchmal will ich einfach nur auf die Couch. Andererseits mache ich es gerne und es strukturiert meine Tage.

    1. Liebe Karin,
      ich habe auch so viele Interessen und würde gern viel mehr machen, aber nach meinem Burnout vor Jahrzehnten habe ich eingesehen, dass ich das nicht kann. Jetzt schreibe ich und habe ein Ehrenamt und 1 x die Woche gehe ich zum Qigong. Das muss reichen. Schön, dass du vorbeigeschaut hast. Danke.
      Liebe Grüße

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