Wiehe – ein kleines Städtchen ODER Lesung zwischen Eisbechern

Meine erste Lesereise führte mich nach Wiehe

Am 26. Juni 2026 war es so weit: Meine erste Lesereise mit meinem neuen Roman „Au revoir und tschüss“, der am 23. Juni erschienen ist, führte mich nach Wiehe ins schöne Thüringen.

Schon auf der Fahrt dorthin meinte es die Sonne wirklich gut mit uns. Vielleicht sogar ein bisschen zu gut. Es war heiß an diesem Tag. Die Art von Hitze, bei der man sich zweimal überlegt, ob man noch einen Umweg macht oder lieber ein schattiges Plätzchen sucht.

Trotzdem wollte ich mir den Ort, zu dem ich unterwegs war, natürlich anschauen. Wiehe liegt idyllisch am Fuße der Hohen Schrecke im Unstruttal und gehört heute zur Stadt Roßleben-Wiehe. Ein Ort mit Geschichte und vielen liebevoll erhaltenen Ecken.

Ich schlenderte durch die Straßen, schaute mir die alten Häuser an und hätte gerne noch mehr von Wiehe gesehen. Doch bei Temperaturen von um die 37 Grad war das unmöglich. Schließlich wollte ich am Abend nicht völlig erschöpft bei meiner eigenen Lesung ankommen.

Wiehe ist unter anderem als Geburtsort des Historikers Leopold von Ranke bekannt. Auch das Schloss hätte ich mir gerne aus der Nähe angesehen. Aber manchmal muss man Prioritäten setzen. So blieb es bei einem Blick aus der Ferne – mit dem Gedanken: Vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal.

Meine Lesung im Eiscaafé "Zur alten Teichmühle"

Am Abend erwartete mich dann ein ganz besonderer Ort: Das Eiscafé „Zur alten Teichmühle“. Schon beim Ankommen spürte ich, dass hier viel Herzblut drin steckt. Geführt wird das Eiscafé von Christiane Kaebel – und unterstützt wird sie von ihrer Familie. Was mich besonders beeindruckt hat, mit ihren 70 Jahren stemmt sie den Betrieb fast allein. Sie stellt das Eis her, verkauft es, kümmert sich um alles, was anfällt, und abends sorgt sie auch dafür, dass alles wieder sauber ist.

Früher war die „Alte Teichmühle“ eine kleine Eisdiele, in der die Gäste vor Ort ihr Eis genießen konnten. Heute gibt es das Eis nur noch zum Mitnehmen. Mehr ist alleine einfach nicht zu schaffen.

Für meine Lesung hatte sie gemeinsam mit ihrer Familie alles wunderbar vorbereitet. Als ich ankam, standen die Stühle bereits zwischen dem alten Fachwerk bereit, das Mikrofon war aufgebaut – eine Premiere für mich, denn bisher hatte ich noch nie mit Mikrofon gelesen. Ein wenig ungewohnt war das schon.

Was sehr schön war: Die Zuhörerinnen saßen ganz nah bei mir, und genau diese Nähe machte den Abend so besonders. Es entstand keine  Distanz zwischen Autorin und Publikum, sondern ein persönliches Gespräch. Wir lachten gemeinsam, tauschten Gedanken aus und kamen auch nach der Lesung noch miteinander ins Gespräch.

Natürlich durfte an so einem Abend eines nicht fehlen: Eis. Vor und nach der Veranstaltung konnten sich die Gäste mit kalten Getränken und den leckeren Eisspezialitäten stärken.

Ich habe mich in der Eisdiele „Zur alten Teichmühle“ sehr wohlgefühlt. Vielleicht war es die Herzlichkeit von Christiane, vielleicht die besondere Atmosphäre zwischen dem alten Fachwerk, vielleicht auch die Nähe zu den Leserinnen – wahrscheinlich alles zusammen.

Falls du mal in der Nähe bist, fahr nicht dran vorbei. Ein kleiner Spaziergang in Wiehe lohnt sich.

Liebe Grüße

Gudrun

Meinen Roman „Au revoir und tschüss“ findest du hier oder hier.

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