Manche Woche hat es in sich

Na, das war eine Woche. Wenn ich früher gehört habe, dass Rentner keine Zeit haben, dann habe ich immer gelacht. Ja, ja, habe ich gedacht. Aber ganz ehrlich, diese Woche war auch wieder eine dieser Wochen, wo die Zeit knapp war. Dabei war ich gar nicht groß unterwegs.

Am Mittwoch hatte ich einen Friseurtermin. Zum Glück ohne Test. Der Inzidenzwert ist bei uns so niedrig, dass das ohne geht. Ach war das schön.

Und sonst so?

Selbst ist die Frau

Wir leben im 21. Jahrhundert und da macht die Frau das, was geht selbst. Und was sie bis dahin noch nicht konnte, das versucht sie einfach. Mein Opa hat immer gesagt, kann ich nicht, gibts nicht. Was hat mir das in dieser Woche wieder gezeigt? Es geht alles. Irgendwie.

Was war passiert?

Ich habe für das Gästezimmer einen Standspiegel gekauft. Als ich ihn aufgestellt habe, da habe ich gesehen, dass der kleine Teppich davor angeschmutzt war und der mal gewaschen werden könnte. Einen Reinigungshinweis habe ich auf der Rückseite nicht gefunden. Es war nur ein kleiner Teppich, den man gut zusammenklappen konnte und der ganz einfach in die Waschmaschine ging. Also ab damit rein und Handwäsche eingestellt. Das Ende vom Lied war, das Display zeigte die Fehlermeldung F 11 und nichts ging mehr. Also musste Frau mal wieder das Laugensieb und die Laugenpumpe von Flusen säubern. Unmengen kamen dabei hervor. Aber selbst ist die Frau.

Damit war die Sache aber noch nicht ausgestanden. In der Trommel und in dem Dichtungsring der Tür überall waren feine Flusen von dem Teppich. Ganz winzige. Nur schlecht, dass ich das erst bemerkte, als der nächsten Waschmaschinengang fertig war. Die Wäsche sah schlimmer aus, als wenn ein Tempotaschentuch in einer Hosentasche vergessen wurde. Nur gut, dass ich einen Waschmaschinenreiniger da hatte. Den habe ich dann mit einer leeren Trommel und einem kompletten Waschprogramm durchlaufen lassen. Da hätte ich ja auch vorher drauf kommen können. Danach war jedenfalls alles wieder picobello. Ich habe etliche Zeit im Keller zugebracht, bis alles wieder normal lief und die Schweinerei behoben war.  Aber der Teppich war hin.

Da kam mir abends das Work-out gerade recht.

Kennst du Barre Work-out?

Ich kannte es nicht. Dann habe ich bei Facebook einen Hinweis darauf gelesen. Jana Eva Ritzen bot einen 4-Wochen-Test-Kurs an und ich habe mich auf den letzten Drücker angemeldet. Das Ganze findet online statt. Anstatt einer Ballettstange nimmt man einen Stuhl zur Hilfe.

Barre Workout ist ein Ganzkörper-Workout, das sich an Figuren und Bewegungen aus dem klassischen Ballett anlehnt, dazu Gymnastikelemente und – je nach Anbieter – auch Elemente aus dem Yoga oder Pilates kombiniert. Wikipedia

Jana macht Barre Work-out mit Elementen aus dem klassischen Ballett. Das war meine zweite Stunde und ich kann nur sagen, hinterher habe ich gemerkt, was ich getan habe. Schau mal auf Janas Seite bei Facebook HIER

Kann ich das überhaupt noch?

Die Restaurants und Geschäfte haben wieder geöffnet. Mit den entsprechenden Vorkehrungen, die der Inzidenzwert vorgibt, können sie wieder besucht werden. Da habe ich mich echt gefragt: Kann ich das noch? So lange mussten wir auf alles verzichten. Verhaltensweisen werden zur Routine. Wie lange das dauert, bis es so weit ist? 66 Tage. Das hat man in einer Studie in England herausgefunden. Ich hoffe, ich muss jetzt nicht 66 Tage warten, bis ich mich an das normale Leben wieder gewöhnt habe.

Um in die alte Routine zurückzufinden, war ich am Donnerstag mit meiner Tochter shoppen. Das allererste Mal nach fast zwei Jahren. Ich habe mich vorher echt gefragt: Kannst du das noch? Einkaufen, bummeln, shoppen, so einfach, unbeschwert. Auf dem Weg zum Treffpunkt, ich war nicht direkt aufgeregt, aber etwas angespannt. Aber es war so SCHÖN. Danach haben wir in einem Café draußen gesessen und haben Eiskaffee getrunken. Ganz entspannt und haben das Treiben um uns herum beobachtet.

Ich war nur die Hilfskraft

Vom Shoppen zurück, wollte Enkelkind Nr. 1 mit mir backen. Da geht mein Oma-Herz auf. Sie brachte kein Kochbuch mit, nein. Heute hat man das Rezept auf dem Handy. Wir haben alles zusammengesucht und bereitgestellt und dann war ich nur die Hilfskraft. Herausgekommen sind leckere Muffins mit einem Toppit aus Frischkäse, Magerquark und Orangensaft. Sehr lecker. Und weil die Hilfskraft ja nicht groß etwas zu tun hatte, durfte sie (also ich) abwaschen und aufräumen 😉

Was ist mir sonst noch so in den Kopf gekommen?

Ein Gedanke ließ mich die ganzen letzten Wochen nicht los und so habe ich mal wieder einen ganz großen Schritt aus meiner Komfortzone gewagt. Ich habe ein Schreibseminar gebucht. Hört sich nicht spektakulär an, oder? Es findet in Salzburg statt. Ist schon eine Hausnummer. Und es dauert drei Tage. Hier in Deutschland fand ich nichts Vergleichbares.

Wie ich überhaupt darauf gekommen bin?

Als ich mir eine Autorenseite einrichten wollte, habe ich geschaut, wie andere das gemacht haben. Dabei bin ich auf die Seite einer Autorin gestoßen und habe gelesen, dass sie dieses Schreibseminar anbietet. Ich sitze an meinem zweiten Roman und immer wieder musste ich daran denken. Man lernt ja nie aus und kann nur noch besser werden.

Irgendwann meldeten sich die kleinen Monster unter dem Bett. Du nach Salzburg? Du bist 67. Lohnt sich das noch? Was willst du da? Wer weiß, wer da noch so kommt? Vielleicht sind die besser als du. Das Geld kannst du für etwas anderes ausgeben.

Was ich in so einem Moment mache? Ich sage ganz laut   S T O P P

Ich habe ein Zitat von Karl Lagerfeld gelesen: Persönlichkeit fängt da an, wo der Vergleich aufhört.

Ich werde mich nicht mit anderen vergleichen. Ich bin ich und so wie ich bin, bin ich richtig.

Noch schöner finde ich das von Christa Schyboll: Fantasie, Ideen, Impulse und Tatkraft sind das Brennholz für ein feurig gelebtes Leben.

Wie ich die Monster zum Schweigen gebracht habe? Ich habe mich kurzerhand angemeldet. Die Bestätigung bekam ich einen Tag später. Ich kann dir gar nicht sagen, was das für ein Gefühl war. Gestern habe ich gleich noch das Hotelzimmer gebucht und jetzt fehlt nur noch die Fahrkarte. Ende September geht es los.

Wie war deine Woche so?

Liebe Grüße

Gudrun

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10 Antworten

  1. Liebe Gudrun,
    eine schöne Woche hattest du. Der Teppich hätte mich Nerven gekostet, oh man.
    Aber am Ende alles gewuppt. Und Glückwunsch zum Trauen- der Schreibkurs wird bestimmt super, ich fühle das.
    Alles Liebe
    Nicole

    1. Danke schön Nicole, wenn ich den Schreibkurs beendet habe, werde ich danach mal berichten. Und ein Salzburg-Beitrag wird bestimmt auch kommen. Ich habe jetzt schon so schöne Bilder von Salzburg gesehen.
      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Danke liebe Gudrun und Glückwunsch zu Deinem Seminar❤️Vor einigen Jahren bot meine absolute lieblings Schriftstellerin sowas in einem Dorf in Frankreich an und ich habe auch lange gehadert.. kann ich..soll ich..bin ich zu alt..zu schlecht.. und habe Mut gefasst und es war ein GENUSS! Ob ich was gelernt oder besser geworden bin – scheissegal- es war wunderbar und das wird es hoffentlich bei Dir auch! Jetzt würde ich mir das nicht mehr zutrauen so wir müssen immer gleich zugreifen❤️❤️❤️

  3. Liebe Gudrun,

    recht hast Du und Karl Lagerfeld auch. Den Spruch muss ich mir merken.
    Ich freue mich schon so, wenn Du von dem Schreibseminar berichtest.

    Ja, so langsam komme ich auch aus meiner Komfortzone heraus.

    Danke Dir & Anke

    Waschmaschinenreiniger ? Hmmm, ich gar nicht. Da muss ich mich mal schlau machen.

    Hab einen schönen Dienstag.

    Liebe Grüße
    Elke

  4. Für die Flusen in der Waschmaschine beneide ich dich nicht. Ist mir auch schon passiert. Scheint, du hast ja eine actionreiche Woche. Ich wünsche dir einen schönen Abend und sende liebe Grüße!

    1. Na, dann weißt du ja wovon ich spreche. Gott sei Dank kommt nach so einer Woche auch wieder andere Zeiten.

      Liebe Grüße
      Gudrun

  5. Liebe Gudrun
    Ich hasse Fehlermeldungen an Geräten. Ich komme mir dann so unbegabt vor, was das Technische betrifft, (bin ich auch) und das Lesen von „Geräte – Infos“ stresst mich echt. Lieber „Flusen“ im Kopf, als in der Waschmaschine! Und deine Antwort auf das Debakel? Du meldest dich für einen Schreibkurs an, finde ich eine tolle Idee. Shoppen und Backen mit dem Grosskind bringt auch vieles wieder ins Lot.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche, mit viel Brennholz…
    Liebe Grüsse, gertrud

    1. Ja Gertrud, wenn ich meine Waschmaschine schon oben an der Kellertreppe piepen höre, dann stellen sich mir die Nackenhaar auf. Was mag jetzt wohl wieder sein. Aber wenn, dann ist es immer das selbe und das kenne ich schon.
      Auf den Schreibkurs freue ich mich ganz besonders. Darüber werde ich danach berichten.
      Ich wünsche dir schöne sonnige Sommertage
      Gudrun

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