Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen

Zwischen dem Titelbild und der künstlichen Intelligenz liegen Welten. Aber wie wurden früher Telegramme verschickt? Heute schreiben wir E-Mails, WhatsApp, es gibt Instagram, X, Tik Tok, Threads und was weiß ich noch. Die Welt entwickelt sich rasant weiter. Ob immer zum Guten bleibt dahingestellt.

Eigentlich fluche ich ja nicht oder ist das Wort MIST so richtig inbrünstig ausgesprochen schon Fluchen? Wenn ja – gut, dann fluche ich auch manchmal. Aber nur so ein ganz klein wenig. Ehrlich.

Wenn ich das Fluchen aber so richtig verinnerlicht hätte, dann hätte ich Anfang Mai so richtig geflucht und ich hätte allen Grund dazu gehabt. Doch so überwog die Enttäuschung.

Was war passiert?

Eine nette Followerin auf Instagram schrieb mich an und sagte, Gudrun hast du gesehen, du bist für den Skoutz-Award 2024 vorgeschlagen. Und ich so – hä, was ist das denn. Drei Jahre in der Buchbubble sind nichts. Jeden Tag lernt man etwas Neues hinzu. So habe ich den Skoutz-Award gegoogelt.

Skoutz oder auch #seidskoutzig

Skoutz ist eine Webseite, die es seit 2015 gibt und da geht es um Bücher. Logisch. Da geht es um Buchlisten von Neuerscheinungen, in denen man stöbern kann. Es gibt eine Schreibstube, in der man Schreibtipps bekommt und einem die Technik erklärt wird. Im Sprachlabor geht es um Grammatik, Rechtschreibung und Stil. Und es geht um Rechtliches, denn beim Schreiben eines Buches muss man auch rechtliche Dinge beachten. Buch-Evants werden bekannt gegeben und Rezensionen veröffentlich. Es gibt noch so viel mehr.

Skoutz-Award

Leserinnen und Leser können eine Autorin oder einen Autor mit einem Buch in einem bestimmten Genre für den Skoutz-Award vorschlagen. Das Auswahlverfahren umfasst drei Runden, bevor die Siegerin oder der Sieger (ich glaube sogar in jedem Genre) feststeht.

Und tatsächlich, ich stand auf der Vorschlagsliste. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Mein Name und der Titel meines ersten Romans „Sommer am Pont du Gard“ stand auf der Longlist Contamporary 2024.

Du kannst dir nicht vorstellen, was das für ein Gefühl war. Da hat mich eine Leserin gleich mit meinem ersten Roman vorgeschlagen. Allein das war für mich schon ein Ritterschlag. Da war mir ein weiterkommen in die nächste Runde erst einmal egal.

Eine Stunde später wurde ich schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Und alles wegen KI.

Skoutz hat den Award gestoppt. Es hatte sich herausgestellt, dass es Bücher auf die Longlist geschafft hatten, die mit oder von KI geschrieben wurden und die Entrüstung in den sozialen Netzwerken war groß. Wer das entdeckt hat und wie, keine Ahnung. Skoutz hat immer wieder klargestellt, dass nicht sie die Bücher auf die Liste setzen, sondern Leserinnen und Leser. Es ist unmöglich, dass die Veranstalter 2000 Bücher, die insgesamt für 12 Genres eingereicht wurden, daraufhin überprüfen, ob eine Autorin oder ein Autor das Buch geschrieben hat oder ob es mit künstlicher Intelligenz geschrieben wurde.

Das Ende vom Lied war, dass der Skoutz-Award in diesem Jahr nicht vergeben wurde. Die Veranstalter wollen sich überlegen, wie und ob es im nächsten Jahr weitergeht.

Also war mein Traum nach einer Stunde ausgeträumt. Und der vieler anderer Autorinnen und Autoren natürlich auch.

Künstliche Intelligenz - JA oder NEIN

So pauschal kann man das nicht sagen. Künstliche Intelligenz ist in der Medizin schon weit verbreitet und darüber können wir froh sein. In der Finanzwelt wird KI eingesetzt. Netflix, You Tube usw. setzen sie ein. In den sozialen Netzwerken kommt KI zum Einsatz, um fragwürdige Inhalte aufzudecken. Und wenn du mal googelst künstliche Intelligenz im Alltag da findest du noch viel mehr.

Der überwiegende Teil der Menschen, die mit KI arbeiten, werden damit auch verantwortungsbewusst umgehen. Denn die Frage ist doch: Wie gehe ich damit um, nicht ob. Aber es wird auch andere geben und wenn ich mir vorstelle, dass damit Texte geschrieben und veröffentlicht werden, die gar nicht der Realität entsprechen, Bilder verändert und Programme manipuliert werden, ich mag mir gar nicht ausmalen, was schon möglich ist.

Es ist normal, wenn Ängste da sind. Doch Ängste entstehen meistens aus Unwissenheit. Um so genauer verfolge ich die Berichterstattung in den Medien mit großem Interesse.

Ich bin keine Fachfrau und tue mich manchmal schwer mit der Technik, manches sind für mich auch böhmische Dörfer, aber eins weiß ich genau, ich schreibe meine Romane noch selbst.

Liebe Grüße

Gudrun

 

Titelbild: Valeria Moschet auf Pixabay

 

* * *

Mein Roman „Sommer am Pont du Gard“ führt dich nach Südfrakreich. Einige Orte gibt es tatsächlich, wie zum Beispiel das Restaurant Le Zanelli oder das Geschäft mit den Töpfersachen aus Lussan (heißt, wenn sie wegen Corona zwischenzeitlich nicht schließen mussten) und  Straßen und Plätze sowieso.

 

* * *

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7 Responses

  1. Hey,
    ich sehe für Künstler: Autoren, Blogger, Fotografen, Musiker… das Dorn im Auge, was ich absolut nachvollziehen kann. Einen Blogbeitrag mit KI schreiben zu lassen ist so einfach. Zwar muss man alles anpassen und schon die richtigen Vorgaben geben, allerdings ist es nichts Eigenes mehr. Erschrocken bin ich auch über die Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Schlimmer noch finde ich, dass man nicht mehr erkennt, was menschlich erzeugt wurde.
    Ich habe jedoch einen Pluspunkt: Ich konnte mit Hilfe von KI ein tolles Projekt ausarbeiten, bzw. erhielt ich den Feinschliff. Klar, muss ich es selber durchführen, dazu gehört wieder „Menschlichkeit“.
    Alles in allem finde ich es jedoch eher unschön, gerade in deinem Beispiel!
    Liebe Grüße!

    1. Ja, jedes Ding hat zwei Seiten, Jenny. Ich bin nicht ganz gegen KI, habe ich ja geschrieben, doch es wird immer Menschen geben, die damit nichts Gutes im Sinn haben.
      Liebe Grüße

  2. Hallo Gudrun,

    ups! Da hatte ich mich so für Dich darüber gefreut und dann das. Da war ich schon erschrocken und traurig.
    Mein nächstes war dann, wenn ich dann demnächst was lese. Ist das KI oder von einer Autorin bei Dir.

    Ich habe auch nichts gegen KI und fortschritt, aber irgendwie.. ne, ich weiss nicht.

    Kopf hoch, Du hast es ohne den Award schon so weit geschafft.

    Dein Buch ist einfach toll und man merkt die Liebe & Arbeit in dem Buch.

    Herzliche Grüße
    Elke

  3. Oh nein! Das tut mir wirklich sehr leid zu lesen! Ich kann zwar verstehen, warum sie die Verleihung stoppen mussten, aber dennoch: einfach ärgerlich für jeden, der auf der Liste war und sein Buch selbst geschrieben hat. Einfach richtig bekloppt!
    Also Fotografin beschäftigt man sich natürlich auch mit dem Thema KI. Ich bin seeeeehr kritisch! Im Endeffekt lernen die KIs an bestehendem Material und meiner Meinung nach läuft das oft auch zusammen kopieren/klauen raus…

    1. Ja, dass die Verleihung gestoppt wurde, das ist schon richtig.
      So macht sich jede oder jeder über KI so seine Gedanken und wir müssen mehr oder weniger lernen, damit umzugehen.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

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