Hallo Brustkrebs, hier ist der Humor

*Dieser Beitrag enthält Werbung ohne Bezahlung*

Brustkrebs, Humor und Farbe in mein Leben

Jetzt fragt ihr euch sicher, was diese Überschrift soll. Wirkt sie provozierend? Das war nicht beabsichtigt. Aber warum nicht provozieren. Entweder hat die Überschrift euch neugierig gemacht und ihr lest weiter oder aber, ihr bringt Brustkrebs und Humor nicht zusammen, dann klickt einfach weg.

Für dieses Bild habe ich mich entschieden, weil mein Leben im Moment auch so durcheinandergewirbelt wird, wie diese Kreise. Die bunten Farben, das war bis jetzt mein Leben. Sie sind vielleicht gerade nicht so grell, aber sie sind auch nicht grau. Ich hole mir immer wieder Farbe in mein Leben.

Manchmal bin ich schon erstaunt, wie mich die Menschen anschauen, wenn ich über meine Krebserkrankung spreche. Ich weiß nicht, was sie von mir erwarten. Von Zeit zu Zeit bin ich über mich selbst erstaunt und frage mich, warum ich so ticke. Habe ich bis jetzt überhaupt begriffen, was ich habe. Ja, habe ich. Aber ich werde dagegen angehen, mit allen Mitteln. Momente, die mich niederziehen, werden kommen. Bestimmt. Ich habe mich aber entschieden, dass ich diese Momente nicht überwiegen lasse.

Natürlich habe ich die ersten zwei Tage nur geheult. Im Kopf spielten sich Szenarien ab, die ich so noch nie gehabt habe und die ich auch nicht wieder brauche. Dann nach zwei Tagen habe ich gesagt STOPP. Ich könnte jetzt die ganze Zeit total am Rad drehen, aber wem nützt das was. Mir nicht und meiner Familie nicht, deren Welt natürlich auch durcheinandergeraten war.

Glaub nicht alles was du denkst

Ich weiß nicht, was in der nächsten Zeit auf mich zukommt. Also warum sollen mich da die Horrorszenarien jetzt verrückt machen. NEIN, das wollte ich NICHT. Wenn eine Situation eintritt, die bewältigt werden muss, dann wird diese angegangen. Ich kann mich an ein Telefonat erinnern, bei dem mir gesagt wurde: „Na, du hörst dich ja gut an.“ Ja, was soll ich denn machen? Wie soll ich denn sein? Was wird von mir erwartet als Frau mit Brustkrebs?

Brustkrebs und gute Informationen

Ich habe alles über Brustkrebs gelesen, was ich nur finden konnte. Meine Frauenärztin hatte mir geraten, nicht ins Internet zu schauen. Es gibt solche und solche Seiten und solche und solche Berichte. Ich habe die gelesen, die sachlich, klar und informativ waren. Die blauen Hefte der Deutschen Krebshilfe habe ich mir auch kommen lassen. HIER Nach zwei Wochen war mein Kopf so voll an Informationen, er kam mir vor wie ein Topf, auf den kein Deckel mehr passt. Irgendwie zog mich das alles runter. Irgendwie habe ich innerlich etwas anderes gesucht. Informationen ja, aber anders. Aber wie anders? Also bin ich im Internet wieder auf die Suche gegangen und wusste gar nicht, nach was ich suche. Aber dann habe ich dieses Buch gefunden.

Ich habe nur das Cover gesehen und war sofort fasziniert. Die Autorin Sabine Dinkel ist ebenfalls an Krebs erkrankt. Auch sie hat die Literatur, die sie fand, seelisch runtergezogen. Daraufhin schrieb sie dieses Buch ohne gruselige Informationen sondern sie berichtet über das Gute im Schlechten und bei ihr kommt der Humor nicht zu kurz. Und trotzdem stehen alle Informationen drin, die ich gesucht habe. Sie spricht klar aus, was sie denkt. Da kommt dann auch schon mal das Wort „Scheiße“ vor. Kein Problem, das habe ich schon mehr als einmal in Bezug mit der Krankheit gesagt. Sabine Dinkel möchte Lotsin und Weggefährtin sein. HIER

„Geben Sie mir Ihre Hand. Oder haken Sie sich unter. Ich stehe Ihnen bei Ihrem persönlichen Abenteuer ermutigend zur Seite. Versprochen.“

(Sabine Dinkel, „Krebs ist, wenn man trotzdem lacht“)

Sie macht in ihrem Buch so viel Mut, indem sie schreibt, dass wir Erkrankten nicht immer tapfer sein müssen, sie möchte Heiterkeit vermitteln und es darf auch gelacht werden beim Lesen des Buches (ich kann euch sagen, ich habe gelacht). Um diese fiesen Namen wie Krebs, Metastasen, Angst und was es da noch so alles gibt in ihrem Buch nicht immer zu nennen, hat sie im wahrsten Sinne des Wortes „Wortakrobatik“ betrieben. Sie nennt ihren Krebs „Schnieptröte“, ihre Angst heißt „Hildegard“, die Chemotherapie heißt „Schorle“ und die Metastasen sind die „Doofmannsgehilfen“.

Das Buch ist aber auch etwas für die Angehörigen, denn sie sind genauso betroffen. Sie machen sich Sorgen um uns und haben ebenfalls Angst. Sie sprechen uns Mut zu und fangen uns auf. Aber fragt mal jemand, wie es ihnen geht?

Als ich dieses Buch gesehen habe, wusste ich, das ist es. Es führt auf humorvolle Weise durch die Krankheit und gibt dem Erkrankten Wissen aus erster Hand weiter. Im Anhang hat Sabine Dinkel Buchtipps aufgelistet, ihre Reiselektüre, die ihr weitergeholfen hat.

Ich bin dankbar, dieses Buch gefunden zu haben.

 

 
 

Gebt acht auf euch

Gudrun

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Liebe Gudrun
    ich wüßte nicht, wie ich mit so einer Diagnose umgehen würde. Alles ist nur graue Theorie wenn man nicht betroffen ist. Ich kann nur sagen, daß ich mich schon oft im Leben mit Humor über manchmal sehr schwierige Situationen „gerettet“ habe. Manchmal habe ich einfach gelacht, statt zu weinen oder beides gleichzeitig. Das mag jetzt nicht jede Frau verstehen aber mir hilft das mehr als vieles andere. Das Menschen merkwürdig reagieren wenn man über das Thema spricht liegt vermutlich daran daß sie nicht wissen wie man damit umgehen soll. Trösten ? Mut zusprechen ? Ich wünsche Dir jedenfalls daß Du Deinem Körper zeigst wer die Frau „im Haus“ ist – alles Gute ! und liebe Grüße Gabi

    1. Liebe Gabi,
      nein, das weiß man nie und kann es sich in seinen kühnsten Träumen auch nicht vorstellen. So geht es mir gerade mit dem Gedanken an die Chemo. Viel gelesen, viel gehört, aber wie es bei mir wird, keine Ahnung. Auch der Humor wird bestimmt mal eine Pause machen zwischendurch. Aber es kommen dann auch wieder bessere Tage. Hoffentlich.
      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Hallo Gudrun, auch ich habe dieses Buch gelesen und es hat mich ebenfalls zum Lachen gebracht. Von Natur aus, als kölsches Mädchen, Optimist, hat mir die Krebserkrankung trotzdem manchen dunklen und traurigen Tag beschert. Solche Tage werden auch auf Dich zukommen und das ist vollkommen normal. Bleib Optimistisch und verliere nie den Mut. Solltest du einmal reden wollen, melde Dich sehr gerne bei mir.
    Ich halte alle Daumen.
    Liebe Grüße
    Karin

    1. Liebe Karin,
      das ist total lieb, dein Angebot. Ich werde dran denken.
      Ja, dass die Tage und Wochen nicht im Sonnenschein rumgehen, das ist mir klar.
      Ich versuche das beste daraus zu machen.
      Ich danke dir ganz herzlich.
      Liebe Grüße
      Gudrun

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