Was passiert, wenn was passiert

*Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit patientenverfuegung.digital entstanden*

Was passiert, wenn wir ins Krankenhaus kommen und sind nicht fähig, unsere eigenen Wünsche zu äußern? Ernstes Thema? Ja, hilft aber nichts. Gerne drücken wir uns um diese Gedanken. Ich auch. Gebe ich ehrlich zu.

Und dann ist auf einmal eine Situation da, da hilft kein drumherum drücken.

Das Leben geht manchmal andere Wege, als von dir geplant.

Es geht um eine Patientenverfügung. Hast du eine?

Als ich im September 2019 meine Brustkrebsdiagnose bekam, war klar, dass das auch mit einer Operation verbunden sein würde. Nun war ich 65 (ist ja eigentlich noch kein Alter), aber jede Operation birgt ein Risiko. Egal wie alt man ist.

Nun habe ich mich nicht sofort hingesetzt und eine Patientenverfügung aufgesetzt. Nein. Ich habe auch da die Entscheidung immer noch hinausgeschoben. Sieben Monate. Kennst du das?

Am 7. April sollte die OP sein und 14 Tage vorher habe ich erst angefangen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe viel im Internet recherchiert. Vor allen Dingen, wie und wann ist eine Patientenverfügung auch rechtssicher?

Ich wusste, dass mein Schwager und seine Frau schon viele Jahre eine Patientenverfügung hatten. Ein Anruf bei ihm und er kam mit seinen Unterlagen vorbei. Da er seine Verfügung mit seinem Hausarzt ausgearbeitet hatte, war diese ziemlich sicher. Er hatte sie sogar zwischenzeitlich auf den neuesten Stand gebracht. Ich bin mit ihm alles durchgegangen, habe die Punkte auf meine Situation hin geändert, angepasst und auch einiges ergänzt.

Was nicht in meinen Kopf wollte, dass nicht automatisch der Ehepartner oder die Kinder vertretungsbefugt sind. Hast du das gewusst? Sollte im Ernstfall eine fremde Person über mich entscheiden? Auf gar keinen Fall.

Nun war ich ja im letzten Jahr gleich zweimal im Krankenhaus und es wurde immer sofort nach der Patientenverfügung gefragt.

Und wo ich nun schon mal dabei war, habe ich auch gleich noch eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung erstellt. Beides ist auch ganz wichtig. Aber komisch war es schon, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Ich möchte die Entscheidungen im schlimmsten Fall nicht meiner Familie überlassen. Nicht weil ich ihr nicht vertraue, sondern weil ich sie schützen möchte.

Warum schreibe ich heute hier über Patientenverfügungen?

Ich habe letzte Woche eine Mail von Hendrik Mahnke bekommen. Er arbeitet im Rettungsdienst und er erlebt es immer wieder, dass in Notfallsituationen keine Patientenverfügung vorliegt bzw. nicht auffindbar ist. Dadurch kann es passieren, dass bei Patienten Maßnahmen eingeleitet werden, die eigentlich nicht gewollt sind. Aus dieser Situation heraus, hat Hendrik mit einem Partner die Webseite www.patientenverfuegung.digital entwickelt. HIER Wenn ich letztes Jahr diese Webseite gefunden hätte, wäre alles um vieles leichter gewesen. Wie es auf der Seite so schön heißt:

Patientenverfügung leicht gemacht

Wie geht das?

1. Interview durchführen

    Ein intelligenter Assistent führt mit ausführlichen und leicht verständlichen Erklärungen Schritt für

    Schritt von der ersten Frage bis zum fertigen Vordruck.

2. Unterschreiben

    Nach Beantwortung aller Fragen kann die personalisierte PDF-Datei heruntergeladen und

    ausgedruckt werden. Die Patientenverfügung wird mit der Unterschrift wirksam.

3. Hinterlegen

    Die unterschriebenen und eingescannten Dokumente werden bei

    www.patientenverfuegung.digital hinterlegt. Anschließend erhält man einen QR-Code, der auf die

    Rückseite der Gesundheitskarte, den Ausweis oder ins Portemonnaie geklebt werden kann. So

    können Ärzte die Patientenverfügung im Notfall jederzeit online abrufen und Angehörige werden

    bei Abruf umgehend per SMS benachrichtigt.

Na, nachdenklich geworden? Oder hast du schon alles geregelt? Trotz aller Nachdenklichkeit und ernstem Thema,

das Leben ist schön.

Liebe Grüße

Gudrun

 

 

Bildnachweis von oben nach unten: Hans Braxmeier, K. Mishina, Merry Christmas alle auf Pixabay

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Liebe Gudrun,

    ich selbst oder auch Udo haben noch keine Patientenverfügung. Aber ich gebe es zu, allein bei meinem Operationen der letzten Jahre, hätten wir es schon längst machen sollen. Mein Vater hatte eine und ich bin dankbar dafür.

    Aber Danke für das wachrütteln, ich werde es demnächst mal in Ruhe aufschreiben.

    Liebe Grüße
    Elke

    1. Gudrun

      Liebe Elke,
      ja, an das Thema ranzugehen, ist schon etwas …. na ja. Heute, wo ich alles in trockenen Tüchern habe, denke ich gar nicht mehr dran. Aber es ist wirklich besser, für den Notfall alles geregelt zu haben.
      Liebe Grüße
      Gudrun

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