Herbst am Fuße der Pyrenäen

*Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung*

Heute freue ich mich ganz besonders über einen Gastbeitrag von Bettina Schafrinski. Bettina lebt mit ihrem Mann am Fuße der Pyrenäen in Südfrankreich in der Gascogne.

Sie haben dort ein wunderschönes Anwesen und vermieten Gästezimmer im Maison Vue Pyrénées.  Wir haben bei ihnen in diesem Jahr vier ganz beeindruckende Tage verbracht was die Gastfreundschaft und die Landschaft betrifft. Einen Beitrag findest du hier. Lass dich von Bettina mitnehmen in ihre Wahlheimat, in den Herbst am Fuße der Pyrenäen:

In Hülle und Fülle

Mutter Natur hat ihr Füllhorn über uns ergossen, voll mit Glück, Reichtum und Überfluss, wie der Mythos uns glauben macht. Aber ist das wirklich nur ein Mythos? Jedes Jahr bin ich immer wieder überwältigt von der Reichhaltigkeit den Garten, Wald, Feld und Flur uns im Herbst beschert. Die meisten „Fundstücke“ landen jedoch in den Mägen meiner lieben Vierbeiner.

Der Mythos des Füllhorns ist für mich die beste Metapher den Herbst zu umschreiben. Jedes Jahr, wenn es ganz plötzlich passiert, sind wir, also meine 4 Schafe, 6 Hühner, 3 Hunde und 2 Katzen überrascht. Ich stehe im Tiergehege und merke, das Sonnenlicht hat sich verändert.

„Er ist schon wieder da“ rufe ich erstaunt aus, worauf alle angaloppiert kommen bzw. gerannt oder auch halb geflogen, vor Schreck „wer“ denn nun angekommen ist. Während sie alle suchend umherschauen, kläre ich auf.

„Merkt ihr das auch? Der Herbst ist da, das Licht ist ganz weich,während es gestern noch gleißend war.“

Natürlich geben die Schafe Bibi, Bianca, Buddy und Brownie eichelkauend ein zustimmendes Blöken von sich, schließlich stopfen sie sich schon seit Tagen mit runtergefallenen Eicheln, Mais und Nüssen voll. Unsere Hunde knacken auch schon seit Tagen runtergefallene Walnüsse und die Hühner kommen jeden Abend mit vollen Kröpfen aus den umliegenden Feldern zurück.

Ich hinke anscheinend mit meiner Wahrnehmung hinterher. Aber wie kann mir das passieren? Ich liebe den Herbst, aber der Abschied vom Sommer wird in meinen Gedanken immer etwas nach hinten geschoben. Erst wenn das Licht wärmer und der Nebel sich im Tal wie ein geheimnisvolles Tischtuch ausbreitet, nehme ich ganz bewusst war, wie schön diese Zeit hier in der Gascogne, auf unserem Hof Maison Vue Pyrénées in Südfrankreich ist.

Faszination Herbst

Die Faszination für diese Jahreszeit ist nur zu gut nachzuvollziehen, finde ich. Denn es gibt nichts Schöneres als die Komposition der Gelb-, Orange-, Rot-, und Brauntöne, die diese Zeit so wunderbar und einzigartig machen.

Wenn dann am Morgen der Nebel wie ausgegossene Milch im Tal steht, während du auf der Höhe schon die Morgensonne genießt, ist der Moment schlichtweg überwältigend.

Der Herbst heißt hier am Fuße der französischen Pyrenäen für die Tierwelt im Überfluss zu schwelgen. Und für uns, wenn wir aufmerksam sind, auch.

Der Waldboden hinter unserem Haus ist übersät mit reifen Maronen, in unserem Garten liegen Kiloweise die Walnüsse auf dem Boden und warten darauf aufgesammelt oder von unseren 3 Hunden geknackt und gefressen zu werden. Die Märkte quellen über von Kürbissen, Nüssen, Weintrauben, Äpfel, Birnen …

Die Tage werden kürzer

Die Zeit der gehaltvollen Rezepte löst die leichte Kost des Sommers ab. Wir freuen uns, wenn die Tage kürzer und die Abende kühler werden, immer auf ein Cassoulet, gekocht auf dem offenen Feuer unseres Außenkamins. Wenn Ihr möchtet, schreibe ich gerne das Originalrezept aus Toulouse in einem weiteren Beitrag. Schreibt Gudrun nur eine Info, ob es für Euch interessant ist und ich gebe gerne traditionelle Rezepte aus den Midi Pyrenäen an Euch weiter.

Sollte denn trotz all dieser hiesigen Zeichen, der Herbst nicht in unsere Köpfe wollen, so werden wir ihn nicht mehr leugnen können, wenn die Schreie der Wildgänse in den Tälern widerhallen. Jedes Jahr kommen die Zugvögel zum Lac de Puydarrieux  10 Minuten von unserem Haus entfernt zum Überwintern oder kreuzen auf ihren Flug in den Süden unser Haus. Es ist jedes Mal ein großartiger Moment, diese Formationen am Himmel zu sehen und auch zu hören.

So könnte ich nun immer weiter der 3. Jahreszeit huldigen, aber ich glaube an dieser Stelle ist es an der Zeit, Euch allen genauso viel Spaß im Herbst zu wünschen wie ich ihn habe und mit einem kleinen Herbstspaziergang Adieu, Au revoir et à bientôt zu sagen.

Herzlichst Eure
Bettina

Vielen liebe Dank, Bettina für diesen sehr stimmungsvollen Beitrag, wie du den Herbst bei euch in der Gascogne erlebst. Ich möchte glatt wieder sofort zu euch kommen.

Für alle meine Leserinnen und Leser, wenn du das Originalrezept von dem Cassoulet gerne haben möchtest, dann schreib mir eine Mail unter Kontakt. Bettina hat noch ein paar ganz tolle Rezepte aus den Midi Pyrenäen, die wird sie uns bestimmt verraten. Ich hatte im Sommer 2018 das große Glück, jeden Abend ihre Kochkünste genießen zu dürfen.

Fotos: Bettina Schafrinski

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