Helau und Alaaf oder doch der Karneval in Venedig

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Auf Instagram habe ich letzte Woche meine Leserinnen und Leser gefragt, ob sie eher der Typ Koffer-packen-und-weg oder doch eher Planung-ist-alles sind. Ich glaube alle oder fast alle haben sich für die Planung entschieden. So geht es mir auch. Die erste Planung muss stehen, bevor es losgeht. Diese Temperaturen im Moment müsste man eigentlich ausnutzen und kurzentschlossen einen Wochenendtrip machen. Also Koffer packen und weg. Da kann nichts schiefgehen, denn in ganz Deutschland sagt der Wetterfrosch Sonne voraus.

Es ist Karnevalszeit und es sind Temperaturen zwischen 7 und 17 Grad. Man glaubt es kaum. Alle Jecken und Narren stecken jetzt in der 5. Jahreszeit, da war es bisher eigentlich immer kalt.

Helau und Alaaf

Feierst du gerne Karneval? Bist du jemand, der da so richtig auf die Pauke haut, laut singend auf dem Tisch tanzt und mitschunkelt? Leider nix für mich. Ich bin nicht die lautstarke Karnevalistin. Liebe Narren und Narrhalesen, liebe Jecken seid mir nicht böse. Aber das bin ich nicht.

Ich habe vor einigen Jahren einen anderen Karneval kennengelernt.

Karneval in Venedig

Die Reise selbst war anstrengend, da wir kein Hotel hatten. Wir haben die Tour für Harte gemacht. Auf der Hinfahrt haben wir  im Bus geschlafen, einen Tag in Venedig verbracht und auf der Rückfahrt wieder im Bus geschlafen. Noch einmal würde ich dies auf gar keinen Fall machen. Aber da war ich ja auch noch um einiges jünger. Frag mich bitte nicht wie ich aussah, als ich in Venedig aus dem Bus stieg. Übermüdet und kaputt, aber das hat sich schnell gegeben.

Nachdem wir vom Parkplatz aus mit dem Vaporetto über den Canale Grande übergesetzt sind, waren wir mittendrin. Die Menschenmassen zur Karnevalszeit sind gigantisch. Ich habe mich nicht beschwert, denn ich gehörte ja auch dazu. Edle und aufwändige Masken flanieren zwischen Markusplatz, Seufzerbrücke und Rialtobrücke. Für Fotografen ein Feuerwerk an Farben und Motiven.

Wenn man bedenkt, dass der Karneval 200 Jahre verboten war und erst in den 1980er Jahren wieder durch private Kostümpartys ins Leben gerufen wurde.

Es heißt, dass die Masken keine Venezianer mehr sind, sondern auch Touristen. Leider ziehen immer mehr junge Venezianer aus ihrer Stadt fort, die Mieten sind zu teuer und es gibt keine Arbeit. Einerseits verständlich, andererseits schade. Was wird aus der Stadt, wenn keine Einheimischen mehr da sind. Wird es dann nur noch eine Shopping-Mall oder Disney-World für die Touristen. Überhaupt, für die Bewohner Venedigs sind die vielen Touristen ein Problem.

Einfach nur genießen

Wir haben den Tag trotzdem genossen. Vom Canale Grande sind wir zum Markusplatz gegangen. Dort sind bekanntlich die meisten Masken. Sehen und gesehen werden heißt es. Es ist nicht vorteilhaft (fürs Portmonee!), sich am Markusplatz in ein Café zu setzen. Ein Kaffee oder Cappuccino für 7,50 Euro! Bitte schön, wenn es sein muss!

Wir fanden wunderschöne Plätze etwas abseits vom ganzen Trubel, wo man sehr gut sitzen konnte. Vor allen Dingen waren die Restaurants und Cafés nicht so überfüllt. Aufwärmen zwischendurch ist nötig, denn Venedig im Februar ist immer feucht und kalt. Abends sind wir noch durch die alten Gassen gegangen. Die Straßenlaternen gaben im Dunkeln nur ein schummriges Licht, die kleinen Geschäfte, in denen die Schinken unter der Decke hingen und das Wasser, das in kleinen Wellen an die Kanalwände schwappte, das war eine besondere Atmosphäre.  Man wusste nie, was kommt wohl hinter der nächsten Hausecke. Gab es damals eigentlich schon Kommissario Brunetti?

Leider konnten wir in der Karnevalszeit nicht so viel von der Stadt sehen und so möchte ich unbedingt noch einmal nach Venedig. Diesmal aber mit Übernachtung und allem Drum und Dran.

Apropos, der Karneval im nächsten Jahr ist vom 15. – 25.02.2020.

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