Etwas für Naschkatzen – Meringues oder Baiser

In meinem neuen Roman gibt es eine Passage, in der die alte Camille, die mit ihrem Mann Gustav eine Kräutermühle betreibt, der Protagonistin erzählt, dass ihr Mann so gerne Sablés ist. Sablés ist ein französisches Buttergebäck. Auf der Suche nach dem Rezept (ich möchte es am Ende des Romans gerne veröffentlichen) bin ich über les Meringues „gestolpert“,

Probieren geht über Studieren

Ich bin nicht die große Bäckerin, aber die musste ich sofort ausprobieren. Das Rezept hat sich so schön einfach angehört und für schnell und einfach bin ich ja. Mein erster Versuch war nicht schlecht, aber da war noch Luft nach oben und so habe ich es vor ein paar Tagen gleich noch einmal probiert. Und siehe da, jetzt waren sie genau so, wie sie sein sollten und mit dem kleinen Zipfelchen obendrauf.

Wo ist nun der Unterschied zwischen Meringues oder Baiser? Wir kennen Baiser eigentlich nur auf Kuchen. Meine Schwiegermuttr hatte immer eine fantastische Stachelbeer-Baiser-Torte gebacken, aber so als Schaumgebäck, als Meringues, habe ich es hier noch nicht gesehen.

Man kann mit Baiser als Grundlage aber noch tolle andere Sachen backen, zum Beispiel die Pavlova-Torte oder eine Zitronen-Tarte.

Ich liebe Geschichten, die sich um ein Rezept ranken und so habe ich versucht, etwas darüber herauszufinden.

Woher kommen die Meringues?

Baiser hört sich doch schon ziemlich französisch an, oder? Le baiser heißt auf Deutsch der Kuss und verdeutlicht damit das luftig und leichte aus Zucker und Eiweiß. In Frankreich sagt man zu den kleinen Leckereien aber Meringues. Auch in Großbritannien heißen diese kleinen weißen Zuckerdinger so.

Wann und wo die Meringues das erste mal aufgetaucht sind? Nichts genaues weiß man nicht. Angeblich soll der Schweizer Zuckerbäcker Gasparini die ersten Meringues im späten 17. Jahrhundert gebacken haben. 1692 wurden sie aber auch schon im ersten Kochbuch von Francois Massialots erwähnt. Und eine Lady und zwar Elinor Fettiplace, hatte einhundert Jahre früher schon ein white biskuit bread in einem englischen Kochbuch erwähnt.

Von dem kleinen Zuckerzeug gibt es eine französische, italienische und schweizer Variante.

Mein Rezept ist von Pierre Hermé und ich habe es bei Aurelie Bastian Französisch Kochen gefunden.

Und wer ist nun dieser Pierre Hermé

Pierre Hermé ist ein französischer Konditor in vierter Generation in Colmar. Nach der Ausbildung als Pâtissier arbeitete er in den exklusivsten Häusern in Brüssel, Luxemburg und Paris. 1996 gründete er sein erstes eigenes Unternehmen und 1998 seine erste Filiale in Tokio. Bis 2017 hatte er 16 Geschäfte in Frankreich, 14 in Japan, 3 in London und 9 in weiteren Ländern.

Wenn ich die Kreationen auf seiner Webseite anschaue, dann frage ich mich, wie er zu dieser Einfachheit der Meringues gekommen ist. Aber einfach heißt nicht schlecht, sondern aus so wenig Zutaten so etwas Exquisites zu zaubern.

Jetzt aber genug schwadroniert, hier ist das Rezept von Aurelie, die die Grundlagen von Monsieur Hermé genommenb, aber die Menge etwas verringert hat.

1 Ei und 70 g Zucker

Wartest du darauf, dass da noch etwas kommt? Falsch. Das ist alles.

Du trennst Eigelb und Eiweiß.

Das Eiweiß schlägst du mit dem Mixer auf und wenn es weiß wird, gibst du den Zucker dazu.

Wenn es richtig fest ist und glänzt, dann nimmst du den Spritzbeutel und setzt Tupfen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.

Die Meringues müssen danach 15 Minuten trocknen.

Das Blech in den vorgeheizten Backofen (100 Grad) schieben und 70 Minuten backen.

In meinem ersten Versuch hatte ich eine Prise Salz wie nach dem Rezept von Pierre Hermé, dazu getan. Es war wohl eine kleine Prise zuviel, aber dieser leicht salzige Geschmack hatte was. Wenn du Salted Caramel kennst und magst, dann wird dir diese Variante vielleicht auch schmecken. Einfach mal ausprobieren.

Du kannst auch etwas mit Lebensmittelfarbe spielen und die Meringues rot oder blau einfärben.

Bei uns sind beide Geschmacksrichtungen im Nu weg gewesen. Ich habe sie auch schon als kleines Mitbringsel mitgenommen. Die Meringues in ein hübsches Glas, Deckel drauf und ein schönes Band drum. VOILA

Luftdicht verschlossen gleiben sie bis zu zwei Monate frisch. Aber ich könnte wetten, so lange werden sie auch bei dir nicht halten.

Liebe Grüße et un baiser

Gudrun

 

 

Bilder: Das letzte von Tanja Tulonen auf Pixabay

            alle anderen privat

 

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Wenn du mehr von Frankreich lesen möchtest, vielleicht wäre dann mein Roman „Sommer am Pont du Gard“ etwas für dich. Du kannst ihn in der Buchhandlung deines Vertrauens kaufen, bei Amazon oder im tredition-Shop.

 

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10 Responses

  1. Baiser kenne ich schon aus Brasilien (Suspiros oder Merengues) – auf keinem Kindergeburtstag fehlen sie. Aber da ich gesalzenes Karamell liebe, werde ich es eines Tages mit Salz zubereiten. Ein Tipp: Puderzucker zusammen mit normalem Zucker zu verwenden, so wird das Baiser viel cremiger und schaumiger. Ein weiterer Tipp ist, zusätzlich 1 gestrichenen Esslöffel Zitronensaft und Zitronenschale unter die Baisers zu mischen – Zitronenbaiser! Lecker! 🙂
    Vielen Dank für das leckere Rezept!
    Liebe Grüße,
    Claudia

    1. Das sind auch leckere Tipps von dir, liebe Claudia. Werde ich beim nächsten Mal dran denken. Schön, dass du vorbeigeschaut hast.
      Liebe Grüße
      Gudrun

  2. Bei mir dürfen sie heißen wie sie möchten. Hauptsache sie schmecken so lecker wie sie aussehen.
    Aber da gehe ich ganz fest von aus.

    Ich hatte auch mal Baiser ausprobiert und war begeistert.

    Liebe Grüße
    Elke von einfachelke.de

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